Maßgefertigter Kirchturm

Endmontage am Mellnsdorfer Gotteshaus ab der nächsten Woche

H.-DIETER KUNZE

MELLNSDORF Die Sanierung der kleinen Kirche in Mellnsdorf (Dorfkirche des Monats Januar 2006) schreitet voran wenn auch nicht für jedermann sichtbar. Denn die Vormontage der Elemente für den 14 Meter hohen Kirchturm erfolgt in der Zimmerei Werner in Gadegast (Landkreis Wittenberg). Voraussichtlich am nächsten Montag beginnt die Endmontage in Mellnsdorf.

Ein Kran sei bereits geordert, war vom Kirchenförderverein zu erfahren. Vor allem seine Mitglieder setzen sich engagiert für die Rettung des Gotteshauses ein. Bauherr ist die evangelische Kirchengemeinde Blönsdorf.

Die seit 110 Jahren bestehende Zimmerei Werner ist ein Familienunternehmen in vierter Generation. Inhaber Andreas Werner hat auch keine Nachwuchssorgen: Sohn Mathias tritt als Auszubildender im ersten Lehrjahr in die Fußstapfen der Familienzunft. Spuren ihres Könnens haben die sieben Werner-Zimmerleute bereits an den Kirchen in Dalichow, Eutzsch und Jessen-Schöneicho. Kirchensanierungen sind eine Spezialstrecke des Betriebs.

Zwölf Elemente mit einem Volumen von 20 Kubikmetern und einer Größe von 3,5 mal 3,5 Meter für die insgesamt drei Etagen des Mellnsdorfer Kirchturmes werden in Gadegast maßgefertigt. Ein Zusammenfügen dort ist aus transporttechnischen Gründen allerdings nicht möglich. Überwiegend einheimisches Kiefernholz, geschnitten im Sägewerk Linda (ebenfalls Landkreis Wittenberg), wird zu einem robusten Balkenfachwerk verarbeitet. Der Auflagen der Denkmalschutzbehörde folgend, werden auch Hölzer der ursprünglichen Konstruktion verwendet; allerdings nur wenige, denn der Zahn der Zeit allem voran Holzwürmer hat deutlich sichtbare Spuren hinterlassen.

Sind die drei Etagen montiert, wird das Holzgerüst ausgemauert. Von außen wird der Turm mit wetterfest imprägnierten Brettern verschalt. Auch die fünf Meter hohe Turmspitze wird saniert. Sie erhält eine neue Schiefereindeckung, wofür das Jüterboger Unternehmen Hietel der Kirche aufs Dach steigt.

Bauplanerisch begleitet wird die Kirchenrekonstruktion von Susanne Höhne aus Mellnsdorf. Zu den nachfolgenden Arbeiten gehört nach ihren Angaben dann die Neueindeckung des Daches auf dem Kirchenschiff. Gegenwärtig ist das Gotteshaus mit einer Kunststofffolie provisorisch gegen Witterungseinflüsse gesichert. Geht es nach dem vorgesehenen Zeitplan, kann am 29. September Richtfest in Mellnsdorf gefeiert werden.

Märkische Allgemeine vom 31. August 2007

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