Nach dem Bau ist vor dem Bau

Arbeiten am Dach der Langener Stüler-Kirche sind fast beendet / Die Macher denken schon ans Weitermachen

CELINA ANIOL

LANGEN Das Dach ist fast fertig, die Arbeiten gehen weiter so könnte man kurz den aktuellen Zustand der Bauarbeiten an der Stüler-Kirche in Langen beschreiben. Denn schon bis zum Ende des Monats soll die Dachsanierung des 152 Jahre alten Gotteshauses abgeschlossen sein, wie der zuständige Berliner Architekt Klaus Günther versichert. Weil allerdings von dem 240 000-Euro-Gesamtetat noch etwas übrig geblieben ist, werden jetzt auch noch kleinere Flickarbeiten an der Fassade erledigt, "wo das Gerüst schon einmal da steht."

Dabei hat es die Dachsanierung in sich. Die eine Seite des Satteldachs war aus Ziegeln und musste komplett ausgetauscht werden. Doch auch einige Schieferplatten auf der gegenüberliegenden Flanke waren marode und werden erneuert. Im Inneren der Kirche mussten die Bauarbeiter die gesamte Holzbalkendecke entfernen. Sie wurde im Nachhinein eingezogen und verstellte den Blick auf das ursprünglich zeltförmige Dach. "Dabei haben wir auch einige der nun offen liegenden Balken ersetzen müssen", sagt Klaus Günther. Die neuen Holzstücke wurden etwas patiniert, "damit man nicht einen Schreck kriegt, wenn man hochguckt", erklärt der in Kirchensanierung erfahrene Architekt. Sie werden sich von den anderen in der Farbgebung dennoch ziemlich unterscheiden. "Irgendwann einmal, wenn wieder genug Kapital da ist, werden sie auch bemalt. Dann fallen sie gar nicht mehr auf."

Doch vorher sei eben noch "Geld backen" angesagt, wie es Pfarrerin Rose Möllhoff-Mylius ausdrückt. "Wir hatten Riesenglück mit den Fördermitteln, die wir für die Dachsanierung bekommen haben, aber jetzt müssen wir weitermachen." Rund drei Millionen Mark würde die Sanierung der Fassade, des Turmes und des Innenraums kosten, stellten Gutachter 1999 fest. Also wird das Credo des Fördervereins Stüler-Kirche Langen beim diesjährigen Wildschweinfest am 15. September wohl lauten: Wir feiern gern die gute Arbeit - aber nach dem Bau ist eben auch vor dem Bau.

Märkische Allgemeine vom 18. August 2007

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