Neuer Glanz in Alt Krüssower Kirche

Giebelfenster wird nach Sanierung wieder eingesetzt / Messe zum Tag des offenen Denkmals

BERND ATZENROTH

ALT KRÜSSOW Es war Zufall, dass ausgerechnet während des gestrigen Ortstermins in der Kirche von Alt Krüssow (Stadt Pritzwalk) eine Frau aus dem Nachbarlandkreis Ostprignitz-Ruppin kam, um eine kleine Spende für den Förderverein der Kirche abzugeben. Diese nahmen Uwe Dummer, Vorsitzender des Fördervereins Wallfahrtskirche Alt Krüssow, und Pfarrer Mario Friedrich natürlich gerne entgegen. Insgesamt 7000 Euro an Einzelspenden hat der Förderverein seit der Fernsehshow "Ein Dorf wird gewinnen" erhalten, in der die Alt Krüssower Geld für die Sanierung der Kirche gewinnen wollten.

Der Anlass für den gestrigen Termin war aber ein anderer, ebenso erfreulicher: Nach gut sieben Monaten sind die Arbeiten am Giebelfenster fast abgeschlossen. Wenn auch das Wetter mitspielt, so ist das von der Firma Glasgestaltung Altlandsberg runderneuerte Fenster im Laufe des heutigen Tages wieder komplett eingesetzt. 26 000 Euro standen dafür zur Verfügung, wie Uwe Dummer gestern gegenüber der MAZ erklärte.

In mühsamer Kleinarbeit wurden die 2300 Scheiben in 26 Bleifeldern erneuert, 1000 mussten komplett ersetzt werden. Auch das ganze Bleinetz war verwittert. Vorhandene Originale wurden wieder verwendet, andere Motive von Hand nachempfunden, so dass das wahrscheinlich aus dem Jahr 1896 stammende Fenster jetzt wieder wie neu leuchtet.

"Wir wollten ein Zeichen setzen, um den Besuchern den Glanz des Raumes vermitteln zu können. Außerdem wollten wir als Verein zeigen, dass wir etwas bewirken können", erklärte Dummer.

Nun sollen noch die fehlenden Seitenfenster provisorisch eingesetzt und der Innenraum grundgereinigt werden, damit weiter Veranstaltungen in der Wallfahrtskirche stattfinden können. Denn diese habe mittlerweile einen hohen Stellenwert als Veranstaltungsort. Viele Besucher seien in jüngster Zeit zu verzeichnen gewesen. So habe sogar die katholische Kirchengemeinde das Fest der Namenspatronin Anna hier gefeiert. Auch der im Ruhestand befindliche Pfarrer Gottfried Winter aus Bad Wilsnack war da. Er wird wohl demnächst auch einen plattdeutschen Gottesdienst in Alt Krüssow halten.

Das nächste größere Ereignis ist für den 9. September geplant. Dann nämlich werden die Vereinsmitglieder den Tag des offenen Denkmals rund um die und in der Kirche gestalten. Mario Friedrich lädt dabei auch zum Eröffnungsgottesdienst um 10.15 Uhr in der Kirche von Alt Krüssow ein.

Im kommenden Jahr dürfte noch wesentlich mehr passieren können, denn dann stehen laut Dummer auf jeden Fall 100 000 Euro zur Verfügung. Für die Sanierung des Dachs wird diese Summe allerdings nicht reichen, denn die wird wohl 300 000 Euro verschlingen.

Märkische Allgemeine vom 03. August 2007

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