Das drängende Dutzend

Zwölf Bürger kämpfen um den Erhalt der Dorfkirche von Wassersuppe

MARKUS KNIEBELER

WASSERSUPPE Die Bemühungen um den Erhalt der Dorfkirche von Wassersuppe gehen in die entscheidende Phase. Bis zum Ende dieses Monats werden zwei Förderanträge gestellt sein. Von der Genehmigung hängt es ab, ob die Arbeiten zur Rettung des maroden Gotteshauses in Angriff genommen werden können.

Im Freundeskreis Dorfkirche Wassersuppe sind diejenigen versammelt, die sich die Rettung des architektonischen Kleinods auf die Fahnen geschrieben haben. Die zwölf Männer und Frauen darunter Anke Bölke, Bürgermeisterin der Gemeinde Seeblick, sowie Dorothea Klimmt, Pfarrerin dortselbst treffen sich regelmäßig, um die weiteren Schritte abzusprechen. "Wir wollen verhindern, dass irgendwann ein rot-weißes Absperrband um die Kirche gespannt wird", sagt Karin von Heyking, die Vorsitzende des Freundeskreises.Leichter gesagt als getan. Denn selbst wenn Fördergelder bewilligt werden, ist ein Eigenanteil vonnöten. Diesen aufzubringen das ist die Aufgabe, der sich der Freundeskreis verschrieben hat. Erste Früchte der Bemühungen konnten bereits geerntet werden. Durch die sommerlichen Benefizveranstaltungen, die seit 2002 in der Kirche und auf dem Grundstück des Ehepaares von Heyking stattfinden, sind mittlerweile fast 8000 Euro zusammengekommen. Private Spenden und Geld der Kirchengemeinde kommen hinzu, sodass zwischen 15 000 und 20 000 Euro bereitgestellt werden könnten.

Wie groß der Eigenanteil am Ende sein wird, hängt von den Fördersätzen ab, und davon, wie sich im Falle einer Förderung die Geldgeber es handelt sich um die Stiftung Deutscher Denkmalschutz und die Kiba-Stiftung der evangelischen Kirche die Finanzierung teilen.

Weil die Sanierung der Kirche nicht auf einen Schlag zu bewältigen ist, hat der Berliner Architekt Johannes Penzel das Vorhaben in vier Abschnitte unterteilt. Am dringlichsten ist die Sanierung des baufälligen Turmes 50 000 Euro werden benötigt. Die gestellten Förderanträge beziehen sich auf diesen ersten Bauabschnitt.

Der zweite Bauabschnitt die Sanierung von Dach und Decke wird mit fast 110 000 Euro das meiste Geld verschlingen. Für den dritten Abschnitt, die Stabilisierung der Fundamente und die Sanierung der Außenmauern werden noch einmal rund 80 000 Euro benötigt. Diese drei Bauabschnitte müssen Penzel zufolge in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden, weil ohne die Sanierungsarbeiten die Kirche in ihrer Substanz gefährdet werde. Innenrenovierung und Orgelsanierung das ist mit 50 000 Euro der vierte und letzte Bauabschnitt sollen den Abschluss der Arbeiten bilden.

Die Mitglieder des Freundeskreises sind sich bewusst, dass sie einen langen Atem benötigen werden. Aber die ersten Schritte sind getan. Als Karin von Heyking bei der letzten Zusammenkunft des Freundeskreises die Gewissensfrage stellte, ob man die Arbeit fortsetzen wolle, gab Anke Bölke eine kurze, klare Antwort: "Wir haben keine Wahl. Wir müssen."

Märkische Allgemeine vom 03. August 2007

   Zur Artikelübersicht