Die Heimat lässt ihn nicht kalt

Martin Petras aus Bartschendorf hält Engagement für selbstverständlich

ALEXANDER BECKMANN

BARTSCHENDORF Das kleine Bartschendorf da hinterm Wald bei Dreetz ist nicht unbedingt der Nabel der Welt. Doch das Dorf weiß sich zu präsentieren gerade auch im Internet unter www.bartschendorf.de: Bilder, Neuigkeiten, Berichte von Veranstaltungen, Fakten zur Geschichte.

Zu verdanken haben die Bartschendorfer ihr Aushängeschild einem der ihren: Martin Petras. Aus Spaß an der Sache hatte der heute 22-jährige Lehrling vor sechs Jahren begonnen, eine Internetseite für sein Heimatdorf zu programmieren. Er wollte die Technik erlernen und wählte sein Zuhause als Thema. "So lernt man das am besten", ist Petras inzwischen überzeugt.

Bei der Seite über den Dreetzer Ortsteil blieb es nicht. "Ich dachte mir, das Arboretum braucht auch eine. Da ist immer so viel los an Veranstaltungen und so. Und dann hat mich der Dreetzer Bürgermeister angesprochen."

So betreut Petras inzwischen gleich drei Internetpräsentationen, die sich wirklich sehen lassen und, was Aktualität und Gestaltung angeht, mit denen weit größerer Orte messen können. Unter www.gemeinde-dreetz.de beispielsweise finden sich nicht nur bunte Bildchen für Auswärtige, sondern ganz konkrete und vor allem nützliche Informationen für die Einheimischen: vom Entsorgungskalender über die Sitzungstermine der Gemeindevertretung bis hin zu Immobilienangeboten der Kommune.

Fast täglich ist Martin Petras bei der Arbeit, um die Seiten auf dem aktuellen Stand zu halten. Da die moderne Breitbandkommunikation bisher einen Bogen um Bartschendorf und Umgebung macht, kostet das schon aus diesem Grunde viel Zeit. "Das ist nur zu schaffen, weil ich viel Zuarbeit bekomme." Petras versteht sich nicht als Einzelkämpfer. "Das ist auch der Anreiz: Ich sehe, dass sich die Leute dafür interessieren. Das macht Spaß."

Zuarbeit leisten und sich für die Ergebnisse interessieren, das macht beispielsweise der Förderverein Dreetz. Seit einem Jahr ist Petras dort Mitglied und seit März sogar Schatzmeister. "Wir hatten so viel miteinander zu tun, da hab ich mir gedacht, dass ich auch gleich beitreten kann."

Seine Heimat lässt den jungen Mann einfach nicht kalt. Er war mit dabei, als einige Bartschendorfer und der Gemeindekirchenrat im vergangenen Jahr die Aktion "Helft der Bartschendorfer Kirche" starteten. Das Gebäude war über Jahrzehnte verfallen, der Turm mittlerweile vom Einsturz bedroht. Petras ging mit durchs Dorf, um um Hilfe zu bitten, warb im Internet für die Kirche und für die Teilnahme an Arbeitseinsätzen. 5000 Euro brachte die Spendenaktion der Turm konnte vorerst gesichert werden. Doch das war nur ein erster Schritt. Am Sonntag gibt es wieder einen Arbeitseinsatz für die Kirche und Martin Petras will natürlich dabei sein.

Märkische Allgemeine vom 03. August 2007

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