2013 steht der Kirchturm wieder

Werbiger Verein vereint das ganze Dorf

MATTHIAS BUTSCH

WERBIG Nach vorn und weit voraus, vor allem aber auch nach oben ist der Blick vieler Werbiger gerichtet. Im Jahr 2013 soll die Kirche im Flämingdorf ihren Turm wiederhaben. Weit zurück muss geblickt werden, um die vielen entsprechenden Aktivitäten gegenwärtigen zu verstehen bis ins Jahr 1969. Damals wurde der barocke Fachwerkturm der spätromanischen Feldsteinkirche wegen extremer Baufälligkeit abgerissen. So richtig haben sich die Werbiger mit dem provisorischen Kreuz anstelle des Turms nie abgefunden. Und auch Fremden fiel das Provisorium auf. Jedenfalls kam beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", an dem sich Werbig 2005 beteiligte, die Frage nach dem Turm auch ganz offiziell auf.

Eine kleine Erfolgsgeschichte

"Das war für uns der Auslöser", erzählt Ortsbürgermeisterin Angela Schulze, "und wir haben noch im November 2005 mit zwölf Leuten unseren Förderverein "Wiederaufbau Kirchturm Werbig" gegründet. Nicht nur die Entwicklung der Mitgliederzahl heute sind 28 (nicht nur Werbiger) im Verein aktiv kündet von einer kleinen Erfolgsgeschichte, über die die Initiatoren selbst ziemlich erstaunt und erfreut sind.

"Immerhin haben wir schon 16000 von den benötigten 20000 Euro zusammen, die wir als Eigenanteil aufbringen müssen, um an Fördermittel heranzukommen", erzählt Fliesenlegermeister Volker Schulze, den wir gerade bei der Arbeit in der schmucken Kirche antreffen. "Das ist der Erfolg vieler übrigens bei weitem nicht nur Kirchengänger und das Ergebnis vieler kleiner Aktionen des Vereins", meint Angela Schulze.

Auf unterschiedlichste Weise haben die Vereinsmitglieder versucht, möglichst viele aus der Reserve zu locken. Beispielsweise gingen sie im Februar mit Musik durchs Dorf und zemperten. Im Mai gab es ein Benefizkonzert mit Chören und Musikern aus Dennewitz, Niedergörsdorf und Werbig. Mit einem Kräuterlikör auf der Taschenflasche das Logo des Vereins soll den Leuten die Sache schmackhaft gemacht werden. Und jetzt gibt es auch Biergläser mit der Werbiger Kirche drauf. "Erst mal sehen, ob das auch so gut ankommt", meint Volker Schulze, der auf viele nette und eher kleine Aktionen schwört, als auf die großen und spektakulären.

Schon so viel Geld zusammenbekommen zu haben, ist für die Vereinsmitglieder nicht die einzige Freude. "Vielmehr ist es schön zu sehen", so sagt die Vorsitzende Angela Schulze, "wie viele, auch ehemalige Werbiger, sich für den Kirchturm und damit für ihr Dorf engagieren."

Alte Wetterfahne gibt das Datum vor

Jetzt lassen die Werbiger kaum noch einen Zweifel daran, dass der Turm im Jahr 2013 wieder errichtet ist. "Wir haben in der alten Werbiger Schule die Wetterfahne vom Kirchturm gefunden", erzählt Volker Schulze. "Sie trägt die Jahreszahl 1913. Also nehmen wir an, dass es in diesem Jahr irgendeine größere Veränderung an der Kirche gegeben hat" hundert Jahre später soll es nun eine neue und für die Werbiger sehr bedeutsame Veränderung an der Dorfkirche geben.

Märkische Allgemeine vom 19. Juli 2007

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