Sehnlichster Wunsch: ein Dach

Bartschendorfer unermüdlich bei der Erhaltung ihres Gotteshauses

SANDRA BELS

BARTSCHENDORF Sie steht im Herzen von Bartschendorf wie in anderen Orten auch die Kirche. Dennoch ist das Gotteshaus etwas Besonderes, denn es hat kein Dach mehr. Deshalb finden dort auch keine Gottesdienste mehr statt. Seit Anfang der 70er-Jahre wurde für die Pflege und Instandsetzung der Kirche kein Geld mehr ausgegeben. Das führte schließlich dazu, dass Ende der 70er-Jahre das Dach und der Dachstuhl des Kirchenschiffes abgerissen werden mussten. Im Jahr 1974 wurde unter dem Dach der Kirche der letzte Gottesdienst gefeiert. Seitdem stand das Gotteshaus ungenutzt da.

Nach der Wende rückte die Kirche wieder in den Mittelpunkt. Der Turm wurde gerettet. Er bekam ein neues Dach. Doch dann fiel das Rückgrat des Turms ein Fachwerkgerüst, das die Stabilität garantieren sollte dem Zahn der Zeit zum Opfer. "Ihn zu erhalten, das war für uns das Wichtigste", sagt Martin Petras, Schatzmeister beim Förderverein Dreetz, der sich um die Kirche kümmert. Spender wurden gesucht und fanden sich. Dank ihnen ist es gelungen, dem Turm wieder Halt zu geben. Die Arbeiten sind bereits abgeschlossen. "Eine Spezialfirma setzte ein Holzgerüst in den Turm ein, damit das Mauerwerk gestützt wird", erklärt Martin Petras. Damit will man es nicht bewenden lassen. Beim jüngsten Einsatz im Gotteshaus widmeten sich zahlreiche Helfer dem Kirchenschiff. Es wurde gesäubert. Außerdem nahmen sie den Putz von den Wänden, damit das Mauerwerk atmen kann. Für Anfang August ist ein weiterer Einsatz geplant. Dann sollen die Fenstersimse gemauert und die Löcher in den Wänden beseitigt werden.

"Dann ist auch am Haus selbst das Wichtigste zur Erhaltung getan", erklärt der Schatzmeister. Der sehnlichste Wunsch, ein Dach, wird jedoch offen bleiben. Zu weiteren Vorhaben oder einer Nutzung des Gotteshauses kann Petras nichts Genaues sagen. Das müsse der Förderverein entscheiden. Kulturelle Veranstaltungen seien möglich, aber nicht geplant. "Aber es gibt eine Dankesfeier für alle Geldgeber und Helfer", verspricht Petras. Er weist auch darauf hin, dass der Förderverein Dreetz sich weiterhin über Spenden zum Erhalt der Kirche freuen würde. Sie können bei der Sparkasse OPR (Kto: 1521000324; BLZ: 160 502 02) an den Kirchenkreisverband Prignitz-Havelland-Ruppin mit dem Verwendungszweck "Spende Kirche Bartschendorf" eingezahlt werden.

Märkische Allgemeine vom 19. Juli 2007

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