Kirche in Werbig braucht dringend Hilfe

Stadt Belzig bewilligte einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro für den Erhalt des Gotteshauses

FRED HASSELMANN

WERBIG Dass sich Stadtverordneter Ralph Charpentier (Fraktion "Wir vom Dorf") während der jüngsten Sitzung der Belziger Stadtverordneten für einen Augenblick freiwillig auf die Besucherplätze zurückzog, hatte seinen guten Grund. Der Ortsbürgermeister von Werbig wäre als Mitglied des Fördervereins "Dorfkirche Werbig" befangen gewesen, als es um die Abstimmung über einen beantragten Zuschuss für die dringend nötige Sanierung des Gotteshauses ging.

Doch auch ohne seine Stimme erhielt der Antrag eine große Mehrheit. Die Stadt Belzig wird dem Verein eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1000 Euro gewähren. Dieser Beschluss sei sinnvoll, hieß es unter den Abgeordneten, auch wenn die amtierende Bürgermeisterin Hannelore Klabunde von Amts wegen und ob des noch nicht genehmigten Haushalts Bedenken äußerte. Das Argument, dass sich bereits die Steine zwischen dem Fachwerk lösen und eine Gefahr darstellen, überzeugte jedoch. Tatsächlich sind die Reparaturarbeiten an der Kirche nicht aufschiebbar. Der Zugangsbereich zum Kirchengebäude musste bereits mit einem Zaun abgesperrt werden.

Der Förderverein, der die Bausubstanz und die Ausstattung der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kirche retten will, geht von rund 27 500 Euro Kosten aus, um zunächst den akuten Sanierungsbedarf zu finanzieren. Besonders gefährdet ist der Turm. Dort drohen Teile abzustürzen. Wie Charpentier erzählt, war die Kirche nach ihrer ersten Erneuerung im Jahr 1692 nach Westen und Osten erweitert worden. Den ursprünglichen Turm hatte man 1753 abgerissen und durch einen kleinen Holzturm ersetzt. 1757 wurde die Kirche so hergerichtet, wie sie noch heute zu sehen ist.

Inzwischen gelang es dem Förderverein des Dorfes - nicht zuletzt mit Hilfe kirchlicher Gremien, des Landkreises, der Sparkasse und der Spenden der Werbiger Bürger - eine Summe von 25 500 Euro zusammenzubekommen. Mit den 1000 Euro der Stadt Belzig ist man nun dem Ziel, 27 500 Euro zu sammeln, bereits ganz nahe.

Märkische Allgemeine vom 17. Juli 2007

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