Großer Schatz ging auf die Reise

Das bleiverglaste Stavenower Kirchenfenster wird jetzt restauriert

BIANKA BOOCK

STAVENOW Mit einem so großen und vor allem schweren Fenster hatten Kamal El-khaled und Peter Pfeiffer von der Glasgestaltung Berlin nicht gerechnet, als sie gestern Vormittag nach Karstädt kamen, um das im Keller des Verwaltungsgebäudes eingelagerte Stavenower Kirchenfenster zur Restaurierung abzuholen. Sie waren lediglich über kleinere Felder informiert. Doch es erwarteten sie zwei große von Stahl gerahmte Stücke, von denen sich das untere als besonders gewichtig erwies. Insgesamt misst das bemalte, bleiverglaste Fenster, das die Auferstehung Christi darstellt, zweieinhalb mal 3,20 Meter, teilte der Förderverein "Historisches Stavenow mit". Den dort vorliegenden Informationen zufolge handelt es sich um eine Arbeit aus der Quedlinburger Kunstwerkstatt für Glasmalerei und Glasschliff Ferdinand Müller, die einst die große nach Osten gerichtete Öffnung der rechteckigen Apsis verschloss, die Gutsherr Max Graf von Voß im Jahre 1906 an die Stavenower Kirche anbauen ließ. 1972 stellte die Schweriner Denkmalpflege den kunsthistorischen Schatz sicher und er wurde ins Perleberger Museum gebracht, weiß der Perleberger Museumsleiter Günther Seier zu berichten. Wegen der Größe gab es viele Jahre lang keine Ausstellungsmöglichkeit. Erst am Schuhmarkt 1 war Platz, so dass das Fenster ab Juni 1996 gezeigt werden konnte. Im Dezember 2000 habe das Museum das Kirchenfenster zurückgegeben und die Karstädter lagerten es ein.

Erst die vielen Spenden, die der Stavenower Förderverein zusammengetragen hat, ermöglichten es, dass das kostbare Stück jetzt restauriert werden kann. Die Arbeiten kosten etwa 10 000 Euro und sollen bis Anfang Oktober abgeschlossen werden. Gut geschützt wollen es die Stavenower dann wieder in die Kirchenruine einbauen lassen - was, wie der Verein weiter ankündigte, nicht das Ende seiner Bemühungen sein soll. Es gebe noch vieles zu tun, um die Spuren der Geschichte sichtbar zu machen und zu erhalten, was jedoch nur mit Unterstützung möglich sei.

Märkische Allgemeine vom 14. Juli 2007

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