Rettung naht

Förderverein für die Heinsdorfer Kirche soll im Herbst gegründet werden

MARTINA BURGHARDT

HEINSDORF Die Glocken im Heinsdorfer Kirchturm läuten noch, in diesem Jahr konnten sich die Einwohner schon mehrmals davon überzeugen. Auch in der vorigen Woche war der Glockenton einmal kurz zu hören. Drei Männer hatten sich hier versammelt, einig in dem Gedanken, dass der momentan dem Verfall preisgegebene Kirchturm gerettet werden muss. Gerhard Schliebener, Joachim Boekels und Bernd Janowski überlegten, welcher Schritt als nächster zu tun ist.

Die Idee ist noch jung, erst Anfang des Jahres wurde in Niebendorf-Heinsdorf der Wunsch laut, die Kirchenruine in Heinsdorf so herzurichten, dass wenigstens die Glocken wieder regelmäßig zu hören sind. Gerhard Schliebener, Ortsbeiratsmitglied und Stadtverordneter für Die Linke in Dahme, spann den Gedanken weiter. In Pfarrer Joachim Boekels fand er einen wohlgesonnenen Gesprächspartner. Nun ist man auf dem Weg, einen Förderverein zu gründen (die MAZ berichtete).

Damit überhaupt erst einmal klar ist, was bei einer solchen Vereinsgründung zu bedenken und was danach zu tun ist, hat sich Gerhard Schliebener mit anderen Fördervereinen in Verbindung gesetzt und an Fachleute gewandt. Zu ihnen gehörte Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Als eine Art Dachverband fördert dieser die Instandsetzung, Erhaltung und Nutzung alter Dorfkirchen, indem etwa 200 Fördervereine in ihrer Arbeit begleitet werden.

Beim Treffen vorige Woche hatte Bernd Janowski gleich mehrere Ideen, womit sich der künftige Heinsdorfer Förderverein beschäftigen müsste. Zunächst soll jedoch ein Gutachten über die notwendigen Arbeiten eingeholt werden. Als Sanierungskonzept dürfte dies wichtig für die Formulierung der Vereinsziele sein. Klar ist jetzt schon, dass als erstes die Substanz des Turmes gesichert und der Glockenstuhl instand gesetzt werden muss. Diese Arbeiten so einzuteilen, dass sie durch Spenden finanzierbar sind, wird Aufgabe des Vereins sein.

Bei den Heinsdorfern muss Gerhard Schliebener keine großen Erklärungen abgeben. Wenn der Glockenturm, der schon jetzt an manchen Stellen sichtliche Schwächen zeigt, endgültig zusammenfällt, wäre dies ein großer Verlust fürs Dorf. "Die Leute gehen mit, manche wollen eintreten, andere spenden", so Gerhard Schliebener. Der Gemeindekirchenrat hat inzwischen seine Zustimmung gegeben, schließlich ist die Kirche nach wie vor Eigentümerin des Gebäudes, auch wenn von dem romanischen Kirchenschiff aus dem 13. Jahrhundert nicht mehr viel übrig ist. Gerhard Schliebener hat schon den Entwurf für eine Satzung erarbeitet und ist auf der Suche nach aktiven Fördervereinsmitgliedern, die im Vorstand mitarbeiten. Die Gründungsversammlung soll voraussichtlich im Oktober stattfinden.

Märkische Allgemeine vom 28. Juni 2007

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