Mit Kultur gegen den Kollaps

Benefizkonzert zur Rettung der Dorfkirche in Wassersuppe

MARKUS KNIEBELER

WASSERSUPPE Karin von Heyking gibt sich keinen Illusionen hin. "Eine marode Dorfkirche ist nicht von heute auf morgen saniert." Erst recht nicht, wenn Kosten von rund 250 000 Euro aufzubringen sind und weit und breit niemand in Sicht ist, der diese Summe lockermachen könnte.

Diese schier unlösbar scheinenden Schwierigkeiten halten den Freundeskreis der Dorfkirche Wassersuppe nicht davon ab, seinen Kampf für den Erhalt der Kirche fortzusetzen. Am Sonntag, dem 1. Juli, findet ein Benefizkonzert statt. Die Kantorei der Markuskirche Berlin-Steglitz wird unter Leitung von Friedemann Gottschick ab 15.30 Uhr Werke von Schütz, Brahms, Haydn und anderen zu Gehör bringen. Bereichert wird das Programm durch musikalische Beiträge des Saxophonisten Friedemann Graef. Die Veranstaltung ist Teil der renommierten brandenburgischen Konzertreihe Dorfkirchensommer. Nach dem Konzert lädt das Ehepaar von Heyking zur Kaffeetafel auf dem Seerosenhof gegenüber der Dorfkirche ein.

Karin von Heyking ist es auch, die - von den Mitgliedern des Freundeskreises tatkräftig unterstützt - im Einsatz für das Gotteshaus nicht lockerlässt. Vor fünf Jahren rief sie die Konzertreihe ins Leben und hat der Kirche damit neben den gespendeten Geldern vor allem eins beschert: Überregionale Aufmerksamkeit. Vor zwei Jahren kürte der Förderkreis "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" das Gotteshaus zur Dorfkirche des Monats, viele der Konzertbesucher reisen von weither an, um die einzigartige Atmosphäre zu genießen.

Doch der Einsatz der Dorfbewohner - die Organisation der musikalischen Nachmittage liegt vom Aufbau der Zelte bis zum Backen des Kuchens ganz in ehrenamtlicher Hand - hat neben öffentlicher Annerkennung auch schon Zählbares zustande gebracht. Ein für künftige Förderanträge dringend benötigtes Schadensgutachten konnte nach langem Aufschub vor zwei Jahren endlich in Auftrag gegeben werden. Auf Grundlage der Untersuchung sind nun die Förderanträge zu stellen.

Dass eine wahre Herkulesaufgabe vor ihnen liegt, dessen sind sich die Mitglieder des Freundeskreises bewusst. Allein die Kosten für die dringend anzugehende Sanierung des maroden Turmes wurden von den Gutachtern mit rund 49 000 Euro veranschlagt. Für die Instandsetzung von Dach, Decken, Mauerwerk und Fundament werden laut Expertise noch einmal rund 200 000 Euro fällig. "Wir werden nach Kräften daran arbeiten, unseren Beitrag zur Sicherstellung der Eigenanteile zu leisten", sagt Karin von Heyking. Auch wenn es noch Jahre dauere, dürfe man das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Mit dem Konzert am Sonntag, Beginn 15.30 Uhr, wird ein weiterer Schritt auf dem langen Weg getan. Wer einen stimmungsvollen Nachmittag verleben will, der sollte sich auf den Weg machen. Und eine kleine Spende müsste doch drin sein. Es heißt ja nicht umsonst Benefizkonzert.

Märkische Allgemeine vom 27. Juni 2007

   Zur Artikelübersicht