Aufwendig restauriert

Erste drei Fenster für Jabeler Dorfkirche gestern eingebaut

MADLEN WIRTZ

JABEL Die ersten drei Fenster der Jabeler Dorfkirche haben den aufwendigen Weg der Restauration hinter sich gebracht. Sie wurden gestern vom Tischlermeister André Kryger und zwei Praktikanten des Berliner OSZ- für Holztechnik wieder eingebaut. Die beiden Jabeler Heike Giese und Edwin Lück waren die ersten, die sich das Ergebnis der Restauration angesehen haben und waren begeistert: "Meinetwegen könnten die Fenster so weiß bleiben wie sind, aber sie sind für den Einbau nur zweimal grundiert. Erst nach dem Abschluss bekommen sie ihre endgültige Farbe, die den Vorgaben des Denkmalschutzes entspricht", sagt Edwin Lück.

Anschließend haben die Berliner OSZ-Leute die nächsten Fenster ausgebaut und mitgenommen. Bis zu den Sommerferien sollen diese zurück sein. "Viel Zeit bleibt uns dabei nicht, weil neue Rahmen angefertigt werden müssen", sagt André Kryger. Denn wider erwarten ist von dem alten Holz nichts mehr übrig geblieben. Alle Beschläge und die meistern Glasscheiben konnten aber gerettet werden. Doch das Blei musste erneuert werden, weil das ursprüngliche schon zu sehr korrodiert war. "Die Rahmen wurden nur noch von den Scheiben gehalten. Als wir diese vorsichtig heraus nahmen, fiel das Holz zusammen. Das ist schade, aber da war wirklich nichts mehr zu machen", so der Tischlermeister. Aus märkischer Kiefer wurden die Fensterrahmen exakt nach dem alten Vorbild nachgebaut. Die Beschläge wurden zwar gesäubert, aber nur so viel wie nötig war, damit die anmutende Historie gewahrt bleibt. Vorsichtshalber bekamen die Glasscheiben ihre Reinigung in einem Geschirrspüler. "Das ist nicht nur komfortabler, sondern auch schonender als mit der Hand", erklärt André Kryger.

Dennoch gingen einige zu Bruch. Diese wurden bei den meisten Fenstern teilweise ersetzt. An einem mussten sogar alle erneuert werden. Aufgrund unterschiedlicher Glasstärken von 1,4 bis 3,5 Millimetern sowie der Struktur schätzt der Tischlermeister das Alter der Scheiben auf zwischen 50 bis 80 Jahren. "Sehr viele Scheiben hatten unter der Bleiverglasung keine Ecken mehr. Das könnte bei zwischenzeitlichen Reparaturen passiert sein, die vorgenommen wurden, ohne das Fenster ausgebaut zu haben", sagt er.

Märkische Allgemeine vom 31. Mai 2007

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