Hoffnung auf Startkapital

Förderkreis und kirchliches Bauamt besuchten das Vicheler Gotteshaus

CELINA ANIOL

VICHEL Drei Vertreter des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg besuchten am Dienstag das vom Schwamm befallene Vicheler Gotteshaus. Doch diesmal ging es nicht vordergründig um die stark sanierungsbedürftige Kirche, sondern vor allem um den erst Anfang dieses Jahres gegründeten Förderverein "Vicheler Dorfkirche". Dieser hat sich beim Förderkreis um den Preis "Startkapital für neu gegründete Kirchen-Fördervereine" beworben. Die Besucher nahmen also vor allem das Engagement des Vereins unter die Lupe.

Der Förderverein schnitt gut ab. "Ich kenne die Vicheler Kirche schon lange, und beim ersten Treffen vor langer Zeit sah die Lage recht hoffnungslos aus. Ich bin richtig beeindruckt, dass die Menschen vor Ort innerhalb kurzer Zeit so viel erreichen konnten", sagte Geschäftsführer des Förderkreises Bernd Janowski.

Sein Urteil ist allerdings nicht entscheidend, da er von den insgesamt 23 Bewerbern nur berichtet. Eine unabhängige externe Jury wird dann Mitte Juni über die Preisvergabe befinden.

"Wir würden uns sehr freuen, wenn der Förderkreis uns auswählen sollte", sagte gestern die stellvertretende Vereinsvorsitzende Claudia Pirch-Masloch. Denn auch wenn das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei - "viele Tropfen bringen einen Gesamtbetrag". Allein die dringend erforderliche Beseitigung des Hausschwammes wird auf 150000 Euro geschätzt. Für Zweidrittel der Summe springt die Kirchengemeinde ein. 50000 Euro muss der Verein noch auftreiben. Dafür müssen die Vicheler kräftig die Werbetrommel rühren da kämen die 2500 Euro gerade recht. Und auch der Öffentlichkeitsfaktor dürfe nicht unterschätzt werden: Der Preis wird vom Bischof Wolfgang Huber und Kulturministerin Johanna Wanka am 14.September übergeben. Die Preisverleihung könnte Menschen auf das Gotteshaus im eher unbekannten Vichel aufmerksam machen, die sonst nichts von dessen Existenz erfahren hätten, hofft Claudia Pirch-Masloch.

Damit die Rettungsaktion des Backsteinbaus wie geplant im Frühjahr 2008 starten kann, muss unabhängig vom Geld auch noch das Kirchliche Bauamt der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz grünes Licht geben. Doch auch in dieser Richtung scheinen die Vicheler ein gutes Händchen zu haben: Erst gestern kam Jürgen Kübart vom Kirchlichen Bauamt in der Dorfkirche vorbei und ließ sich von Pfarrer Stephan Scheidacker und der Fördervereinsvorsitzenden Susanne Bergholz ausführlich den Stand der bisherigen Bemühungen für den Erhalt der Kirche schildern. Das Ergebnis des Treffens: weitere intensive Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Schwammsanierung 2008 zu beginnen. Dieser Besuch zeige, dass das Interesse der Landeskirche an dieser Dorfkirche geweckt wurde, urteilt Bernd Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen.

Märkische Allgemeine vom 24. Mai 2007

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