Ein historisches Datum

Nach Pause wieder Trauung in Teetz

WOLFGANG HÖRMANN

TEETZ Kirchlich heiraten in Teetz? Wer sich noch ein bisschen Humor erhalten hatte, der konnte lange über diese Aussicht nur lachen. Das Gotteshaus war über Jahrzehnte hilflos dem Verfall preisgegeben. Selbst Gottesdienste gab es nicht mehr, bis sich Ende der 90er-Jahre der Förderverein Dorfkirche Teetz e. V. um Dieter Kliche des stolzen, aber schwer angeschlagenen Bauwerks annahm.

Es dauerte mehrere Benefizkonzerte und benötigte emsigen Sammelfleiß, gepaart mit sehr viel Eigenleistungen und die Hilfe von Sponsoren, bis im Sommer 2004 ein dichtes Dach die Kirche schützte. Im November des Jahres durften sich die Teetzer über eine geglückte Grundsanierung freuen. Zuletzt standen Gerüste am Bau.

Rechtzeitig zu einem bedeutenden Anlass konnten sie abgebaut werden. Vergangenen Sonnabend war es so weit, dass nach mehr als 30 Jahren wieder geheiratet wurde vor dem Traualtar. Pfarrer Hartmut Kluchert nahm Heike und Alexander Konieczny in der voll besetzten Kirche das Jawort ab. Besonders gefreut haben sich darüber die Eltern der Braut. Marion und Joerg Konieczny sind vor gut zehn Jahren aus Berlin aufs flache Land gezogen. Beide gehören als Mitglieder dem Förderverein an und haben so indirekt den großen Tag von Tochter und Schwiegersohn mit vorbereitet. Nach Trauung und nach der Kaffeetafel im Gemeindesaal hat die ganze Festgesellschaft bei Konieczny in der Dossestraße 14 weitergefeiert, im Freien, unbeeindruckt vom wechselhaften Wetter.

"Ich finde alte Kirchen schön und die in Teetz ganz besonders. Alles war, wie wir es wollten", sagt die frischgebackene Ehefrau. Nein, nach Teetz ziehen werde sie mit ihrem Mann dennoch nicht. Berlin hat schließlich auch was zu bieten.

Märkische Allgemeine vom 18. Mai 2007

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