"Höchste Zeit, dass was passiert"

Kirche Kantow in bemitleidenswertem Zustand / Änderung geplant

WOLFGANG HÖRMANN

KANTOW Der Kirche muss geholfen werden. In Kantow sind sich die meisten einig darin, dass dem Fachbauwerk aus dem 16. Jahrhundert – es ist eines der wenigen noch erhaltenen im Ruppiner Land – jegliche Unterstützung zuteil werden sollte.

"Höchste Zeit, dass was passiert", so der Tenor. Deshalb ist der gestrige Himmelfahrtstag ein Hilfstag gewesen. Hannedore Reichert, Vorsitzende des Fördervereins Offene Kirche Kantow, freute sich darüber, dass nach dem um 11 Uhr von Henning Utpatel gehaltenen Gottesdienst so viele Dörfler beisammen geblieben waren. "Es sind deutlich mehr als im vergangenen Jahr", fand ihr Stellvertreter Winfried Langhof schnell heraus. Im Vorjahr hatte es den ersten Vorstoß des Vereins gegeben, die Öffentlichkeit gegen den Verfall der Kirche zu mobilisieren. Da waren die Mitglieder noch weitestgehend unter sich geblieben. Diesmal versuchte man, das ganze Dorf einzubeziehen. Gemeinsam wurde nicht nur geklönt, sondern auch so einiges verzehrt – alles für einen guten Zweck. Die Einnahmen sind für die Renovierung des ziemlich maroden Gotteshauses bestimmt.

Pfarrer Utpatel schätzt die benötigten Gesamtkosten auf 300 000 Euro, wovon zwanzig Prozent wohl die Kirchengemeinde aufbringen müsste, sollen überhaupt Fördermittel fließen. Ohne die läuft indes gar nichts.

Aber die Kirchengemeinde steht mit ihren Aktivitäten nicht alleine. Das bewies der gestrige Tag, der gemeinsam mit dem Pfarrsprengel Lögow und dem Dorf vor der Gaststätte von Doris Kärger gestaltet wurde. Ortsbürgermeister Ralf Land grillte persönlich Bratwurst und Steaks. Wie die Vereinsspitze freute er sich über jedes Stück, das einen Käufer fand. "Die Kirche muss im Dorf bleiben", lautet die Meinung des Bürgermeisters. Er hat dafür seine Fühler auch in Richtung Gemeindeverwaltung ausgestreckt. Schließlich ist Kantow ein Ortsteil von Wusterhausen. "Sie haben mir im Rathaus signalisiert, dass wir mit technischer Unterstützung rechnen können", gab Ralf Land gestern eine der Auskünfte aus der Verwaltung weiter. Geld ist freilich nicht zu erwarten. Da müssen sich die Leute am Rande des Altkreises Kyritz gedulden, bis ihre Kirche gemäß Vereinbarungen aus dem Staatskirchenvertrag mit Förderung an der Reihe ist. Ginge es nach dem baulichen Zustand, müsste das schon morgen sein. Sockelbereich, Turm mit Glockenstuhl, Kirchenschiff und Dach schreien nach Sanierung.

Märkische Allgemeine vom 18. Mai 2007

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