50000 Euro werden gebraucht

Das MAZ-Vereinsporträt: der Förderverein Vicheler Dorfkirche

UTA BARTSCH

VICHEL Theater in der Kirche, Probenwochenenden der Chöre, Kunstmeile, Gottesdienste, Hochzeiten auf dem Lande, Natur beobachten vom Kirchturm aus - was sich in der Kirche von Vichel alles machen ließe, davon haben die Vereinsmitglieder des Fördervereins Vicheler Dorfkirche konkrete Vorstellungen. Mit diesen müssen sie jetzt hausieren gehen. Denn ihre Kirche ist baupolizeilich gesperrt. In der hölzernen Dachkonstruktion des Backsteinbaus von 1867, in den Wänden und Podesten hat sich der Echte Hausschwamm ausgebreitet. Über undichte Stellen drang jahrzehntelang Regenwasser ins Gebälk ein. Das gesamte Dach ist vom Einsturz bedroht.

"Die Kirche war 2004 schon aufgegeben worden", erzählt Susanne Bergholz, die Vorsitzende des Vereins. Sie schrieb an die Stiftung Denkmalschutz - doch alle Gelder waren schon vergeben. Vor zwei Jahren holte Pfarrer Scheidacker die Kirchenfreunde an einen Tisch und unternahm mit ihnen einen erneuten Vorstoß bei Kirchenleitung, Kreisverwaltung, Betrieben, Stiftungen und Banken. Ohne Erfolg. Daraufhin gründete sich im Januar 2006 eine Bürgerinitiative, um die Kirche zu retten. "Wir haben Flyer drucken lassen, auf großen Tafeln über die Schwammproblematik informiert und ein Plakat ,Unsere Kirche soll im Dorf bleibení an die Kirche gehängt", erzählt Peter Masloch vom Verein. Im Januar 2007 setzten die Vicheler mit der Gründung des Fördervereins ein klares Signal, dass sie die Kirche wirklich wollen. Schnell stieg die Zahl der Mitglieder von neun auf 20. In kurzer Zeit sammelte der Verein in Vichel mehr als 50 Unterschriften für den Erhalt der Kirche. 90 Einwohner hat der Ort.

Das überzeugte den Gemeindekirchenrat. Er beschloss, alle verfügbaren Mittel in den nächsten beiden Jahren in die Vicheler Kirche zu stecken. Zwei Drittel der Kosten für die Schwammsanierung seien damit gedeckt, sagt Bergholz. Die restlichen 50000 Euro muss der Verein bis zum Jahresende selbst beschaffen, damit die Sanierung im Frühjahr 2008 beginnen kann.

"Der Verein wird jetzt Anträge an alle möglichen Stiftungen schreiben", so Masloch. Außerdem will er eine Benefizkonzertreihe für die Kirche organisieren. Beim Osterfeuer, beim Treffen der Jagdpächter und bei anderen Veranstaltungen kamen erste Spenden in die Vereinskasse. Am Arbeitseinsatz an der Kirche beteiligten sich mehr als 20 Helfer.

Der Gesamtbedarf für die Sanierung der Vicheler Kirche mit Dacherneuerung und Reparaturen innen und außen beträgt 400000 Euro.

Märkische Allgemeine vom 08. Mai 2007

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