Höchstglücklich

Das Dach der Stüler-Kirche in Langen wird saniert

CELINA ANIOL

LANGEN Vorn Schiefer, hinten Ziegeln, eine Flachdecke im Kirchenschiff unter dem zeltartig angehobenen Dach von diesen kuriosen Bausünden, vom Regen, der in das Gotteshaus fällt, vom Schwamm, der sich in den Balken festgesetzt hat, soll die Stüler-Kirche in Langen nun wieder befreit werden. Der Förderverein, der sich um das Gotteshaus seit zehn Jahren kümmert, hat es geschafft, das nötige Geld für die Dachsanierung aufzutreiben.

Der Gesamtetat des Bauvorhabens beträgt 240 000 Euro. Über 80 000 Euro hat bereits im vergangenen Jahr die Hamburger Hermann-Reemtsma-Stiftung zugesichert. Allerdings unter der Bedingung, dass sich auch andere an dem Projekt beteiligen. Jetzt ist die Landeskirche mit 45 000 Euro dabei. 10 000 Euro hat der Landkreis beigesteuert, 5000 Euro die Gemeinde Fehrbellin. Und auch die entscheidende Zusage hat nun der Verein, der ebenfalls 10 000 dazugibt, bekommen: Das Land Brandenburg unterstützt die Langener mit Geld aus dem Staatskirchenvertrag. Den Fördermittelbescheid über rund 90 000 Euro will Brandenburgs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur Johanna Wanka am Sonntag, 20. Mai, in Langen persönlich vorbeibringen.

Erst dann wird der Bau offiziell begonnen auch wenn die Kirche bereits seit vorgestern in schwindelerregender Höhe eingerüstet wird. Bis dahin werden lediglich kleinere Sturmschäden repariert. Bis Ende August sollen das Dach des Gotteshauses und die Umgestaltung der Decke im Innenraum fertig sein.

Die Einhaltung dieses Termins ist auch wichtig, weil der Förderverein Stüler-Kirche Langen am 15. September dieses Jahres sein zehnjähriges Bestehen feiert und die vollendete Sanierung wohl einfach das tollste Geschenk für die ehrenamtlichen Mitglieder wäre.

Doch: Ob es nun klappt oder nicht allein die Tatsache, dass das Dach einer grundlegenden Kur unterzogen werden kann, ist für den Verein mehr als zufriedenstellend.

"Wir sind höchstglücklich, dass wir es in dieser relativ kurzen Zeit unseres Bestehens geschafft haben, die Kirche so weit zu bringen", sagt der Vereinsvorsitzende Friedrich Weber. Denn als er zusammen mit der Pfarrerin Rose Möllhoff-Mylius und weiteren acht Personen den Verein gegründet habe, sei ein solcher Erfolg überhaupt nicht absehbar gewesen.

Märkische Allgemeine vom 04. Mai 2007

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