In alter Schönheit

Saniertes Allianzwappen wieder über der Patronatsloge in der Kirche

HELGA GERTH

SCHÖNFLIESS Wenn am 19. Mai die weithin beliebten Schönfließer Sommermusiken in die neue Saison starten, dann sei den Besuchern empfohlen, in der alten Feldsteinkirche nicht nur die Ohren zu spitzen, sondern auch den Blick zu schärfen. Es gibt etwas zu bewundern.

Seit gestern befindet sich das Allianzwappen der Familien von Bredow und von Brösicke wieder an seinem ursprünglichen Platz über der Patronatsloge. Und das in alter Schönheit. Die Restauratoren Dagmar von Bernstorff und Bernhard Lankers haben sich in den vergangenen Monaten des Wappens aus dem Jahre 1680 angenommen. Fast 50 Jahre lang hatte es keiner angefasst. Im kalten Gotteshaus konnte der Zahn der Zeit kräftig nagen.

Die stützende Holzkonstruktion hinter dem Wappen war nicht mehr stabil, auch Schimmel und Pilze hatten sich breitgemacht, die Ornamente wiesen Verschmutzungen und Risse auf und mussten zum Teil ergänzt und lose Malschichten befestigt werden.

Die Restauratoren holten das Wappen nach Berlin in die Werkstatt, wobei die Arbeitsschritte mit der Denkmalpflege abgestimmt werden mussten. Gestern also war das Doppelwappen, das von der Hochzeit von Vertretern beider Familien zeugt, nach Schönfließ zurückgekehrt. Mit einer Seilwinde wurde es nach oben gehievt.

Dass das farbenfrohe Wappen wieder strahlt, ist vor allem dem Freundeskreis Dorfkirche Schönfließ zu danken, denn es gibt keine Fördermittel für die Restaurierung und Erhaltung der vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammenden barocken Inneneinrichtung, zu der das Wappen gehört. Der Verein organisierte Benefizkonzerte, verkaufte Kaffee und Kuchen, sammelte Spenden. Auch die Kirchengemeinde beteiligte sich an der Finanzierung. Die Kosten betragen 7000 Euro.

Pfarrer Matthias Möckel zeigte sich gestern begeistert vom Wappen. Was als nächstes im Kircheninneren in Angriff genommen werden soll, steht noch nicht fest. Nötig hätten es Eingangsportal und Fenster. Auch könnte der Innenraum dringend einen neuen Farbanstrich vertragen.

Vor Jahren schon waren Dachstuhl und Dach erneuert worden.

Märkische Allgemeine vom 03. Mai 2007

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