Kein Sieg und doch gewonnen

Alt Krüssow und die Fernsehshow

MARIKA BENT

Am Ende regnete das Konfetti doch auf andere Köpfe nieder. Aus dem Wettstreit um die halbe Million Euro in der Unterhaltungsshow "Ein Dorf wird gewinnen" ging am Sonntagabend das sächsische Walddorf als Sieger hervor. Zu gern hätte man hier in Brandenburg die Alt Krüssower jubeln sehen. Aber das 109-Seelen-Dorf in der Prignitz, das mit dem Geld seine fast 500 Jahre alte Wallfahrtskirche sanieren wollte, landete auf dem vierten Platz, hinter den Mitbewerbern aus Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Dabei hatte Fördervereinschef Uwe Dummer gleich zu Beginn der von RBB und MDR produzierten Livesendung punkten können. Auf der Fernsehcouch präsentierte er sich schlagfertig in der Rolle des David. Mit Blick auf die zahlreich nach Leipzig gereisten Fans der anderen Dörfern rühmte sich Dummer mit dem kleinsten Fanclub im Saal - seiner Frau. Umso kräftiger dafür die Unterstützung im zugeschalteten Alt Krüssow selbst, wo sich um Moderator Maxi Arland zeitweise 2000 Leute scharten, die lautstark ihre Sympathie bekundeten. Zuspruch kam auch aus den Reihen der märkischen Politik: In einem kurzen Film rührte Ministerpräsident Matthias Platzeck persönlich die Werbetrommel für den Ort und die Kirche.

Dank soviel Zuwendung kam denn auch nach der Niederlage nicht allzu großer Katzenjammer auf. "Wir haben trotzdem gewonnen", sagte Uwe Dummer gestern gegenüber der MAZ. Damit ist nicht nur die viele Aufmerksamkeit gemeint, die hoffentlich nachhaltige Wirkung zeigt, sondern auch der Trostpreis von 50 000 Euro, der sich aus Mitteln der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (KiBa) sowie aus dem Erlös der Telefonaktion speist.

Märkische Allgemeine vom 24. April 2007

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