Zum Jubiläum in neuem Glanz

Von VIOLA PETERSSON

Britzer Kirche 
Mittelpunkt des Dorfes: die Britzer Kirche mit dem 2006 sanierten Turm

Britz (MOZ) Der Fortgang der Sanierungsarbeiten an der Dorfkirche Britz ist gesichert. Gestern hat Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka Pfarrer Lorenz einen Förderbescheid in Höhe von 25 000 Euro überreicht. Dieses Geld fließt in die Instandsetzung des Dachstuhls.

Wer A sagt, muss auch B sagen, heißt es. Getreu diesem Motto fördert das Land Brandenburg über den Kirchenstaatsvertrag auch 2007 die Dorfkirche Britz. Schließlich muss auf den ersten Bauabschnitt ein zweiter folgen. Für die Sanierung des Turmes hatte Brandenburg im vorigen Jahr rund 35 000 Euro zur Verfügung gestellt, diesmal sind es 25 000 Euro.

Der Erhalt der Kirche liege vielen am Herzen, hatte Pfarrer Andreas Lorenz bei dem kleinen festlichen Akt gestern Mittag im Gotteshaus betont. Nicht nur die Kirchengemeinde selbst engagiere sich. Vor allem der Einsatz des Heimatvereins sei zu loben, ebenso die Unterstützung durch die Gemeinde Britz. "Das ist nicht unbedingt Normalität auf den Dörfern", so Lorenz. Umso dankbarer sei er für die Hilfe. "Der Erhalt der Kirchen muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein. Das kann man nicht den Kirchen allein überlassen", sagte Lorenz und bezeichnete Britz als ein "wunderbares Beispiel" für das Zusammenspiel vieler Partner. Dieser Einsatz lasse das Ziel, bis zum großen Jubiläum im kommenden Jahr, zur 750-Jahrfeier, drei Bauabschnitte fertigzustellen, realistisch erscheinen. "Dann bliebe nur noch die Gestaltung des Innenraums offen", so der Pfarrer.

Das Engagement der Bürger komme nicht von ungefähr, wie Cordula Beier vom Kirchenkreis Barnim sowie Amtsdirektor Rainer Schneider deutlich machten. "Kirche ist ein Symbol geworden. Sie steht für Heimat und für Beständigkeit", so Beier. Vieles unterliege der Veränderung, sei im Fluss, Kirche aber habe Bestand. Zudem sei Kirche kein bloßes Haus Gottes, wie Schneider ergänzte, sondern auch Kulturträger. Und ein Ort, mit dem viele Bürger persönliche Erinnerungen verbinden.

Was Bürgermeister André Guse nur bestätigen konnte. Schließlich sei er vor 47 Jahren in der Kirche getauft worden. Und vor 24 Jahren habe er dort geheiratet. Mehr noch: Das Gotteshaus sei die Mitte des Dorfes. Deshalb werde die 750-Jahrfeier 2008 auch rund um die Dorfkirche stattfinden.

Auf einen weiteren Aspekt machte Johanna Wanka aufmerksam. Mittel, die für den Denkmalschutz eingesetzt werden, tragen zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei. Denn bei Sanierungsarbeiten und Restaurierungen sei der Arbeitsaufwand - im Vergleich zu Neubauprojekten - sehr hoch. Und zumeist bleiben gerade in diesem Bereich die Aufträge in der Region. Insgesamt stehen im Land nach dem Kirchenstaatsvertrag 2,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Davon erhält der Brandenburger Dom eine Millionen Euro. Der "Rest" sei für die kleinen Gotteshäuser. Dazu gehört auch Britz.

Laut Pfarrer Lorenz stehen für den zweiten Bauabschnitt 80 000 Euro Fördermittel bereit: jeweils 25 000 Euro vom Land, und vom Kirchenkreis, 20 000 Euro von der Landeskirche sowie 10 000 Euro vom Landkreis Barnim. Rund 20 000 Euro müsse die Gemeinde aufbringen. Mit diesem Geld sollen die Tragfähigkeit des Gebälks im Kirchenschiff wiederhergestellt und das Dach neu gedeckt werden. "Vier Deckenbalken sind völlig zerstört", so Architekt Achim Krekeler. Die Ausschreibung läuft bereits. Baubeginn soll Anfang Juni sein. Für 2008 sei dann die Erneuerung der Fenster und der Fassade geplant. "Und wir haben uns zum Jubiläum vorgenommen, die Kronleuchter zu erneuern", kündigte Hannelore Gersdorf, Vorsitzende des Britzer Heimatvereins, an.

Märkische Oderzeitung vom 20. April 2007

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