Dachdecker spendet für Dach

Spendenübergabe am Modell der Marienkirche 
Spendenübergabe am Modell der Marienkirche: Gisela Fechner (links) freut sich über die Unterstützung durch Mario Lässig und seine Lebensgefährtin Ute Mattias.
MOZ-Foto: Sven Klamann

Wriezen (sk/MOZ) Für den Wiederaufbau des Daches der Marienkirche gibt es jetzt eine Kostenschätzung: Alles in allem werden etwa 1,5 Millionen Euro gebraucht, das evangelische Gotteshaus im Herzen der Oderbruchstadt vor dem Einfluss der Witterung zu schützen. Aber selbst dieser unvorstellbar hohe Betrag hält die schon mehr als 150 Mitglieder des Wriezener Fördervereins nicht davon ab, ihr Ziel weiter zu verfolgen.

"Schließlich haben wir für unser anspruchsvolles Vorhaben Verbündete gewinnen können", sagt Gisela Fechner, die als Geschäftsstellenleiterin der Volks-und Raiffeisenbank in Wriezen und als Schatzmeisterin des Fördervereins in der Verantwortung steht. Die Mädewitzerin denkt zum Beispiel an die Schulstiftung der evangelischen Kirche für Berlin-Brandenburg und die schlesische Oberlausitz, die in der Stadt ein freies Gymnasium eröffnen will, dessen außerschulische Veranstaltungen auch in der Marienkirche über die Bühne gehen könnten. "Für Anträge auf Fördergelder brauchen wir ein schlüssiges Nutzungskonzept", betont Gisela Fechner. Schon deshalb sei die strategische Partnerschaft mit den Gymnasiumsgründern wichtig.

Den Mitgliedern des Fördervereins sei zudem klar, dass Erfolg oder Niederlage auch davon abhängen, wie es ihnen gelingt, in Wriezen Unterstützung zu finden, sagt die Schatzmeisterin. Deshalb könnten Initiativen wie die von Mario Lässig gar nicht genug gewürdigt werden, fügt sie hinzu. Der Dachdeckermeister aus Wriezen hatte alle Gäste der Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen seiner acht Mitarbeiter zählenden Firma dazu aufgerufen, auf Blumen und Geschenke zu verzichten und stattdessen für das Dach der Marienkirche zu spenden.

Die Bitte fiel auf fruchtbaren Boden: Mario Lässig konnte sage und schreibe 1665 Euro auf das Spendenkonto des Vereins einzahlen und zudem Sachspenden in Höhe von 2500 Euro entgegennehmen, die einzulösen sind, wenn die Bauarbeiten begonnen haben. "Mein Dank gilt allen 30 Firmen und Einzelpersonen aus Wriezen und Umgebung, die so großzügig meinem Wunsch entsprochen haben", sagt der Dachdeckermeister. Für seinen Einsatz gebe es vor allem einen Grund. "Mein Interesse am Wohlergehen der Stadt ist groß: Ich bin Wriezener", gibt Mario Lässig zu Protokoll.

Noch ist nicht absehbar, wann die Marienkirche zur Baustelle wird. Auf dem Konto des Fördervereins haben sich bisher knapp 60 000 Euro angesammelt.

Konto 10 434 66 53, BLZ 170 92 404, Raiffeisenbank Wriezen, Stichwort: Dach

Märkische Oderzeitung vom 03. April 2007

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