Kirche soll im Dorf bleiben

In Kemnitz gründet sich ein Förderverein für den Erhalt des Gotteshauses

MARGRIT HAHN

Die Kemnitzer Dorfkirche ist eingerüstet 
Die Kemnitzer Dorfkirche ist eingerüstet. Vorerst werden aber nur die Orkanschäden behoben.
Foto: Margrit Hahn

KEMNITZ Die Kirche in Kemnitz ist seit einigen Tagen eingerüstet. Wie von Pfarrer Matthias Wolf zu erfahren war, sollen die Sturmschäden des Orkans Kyrill an der alten Dorfkirche beseitigt werden. Wenn es nach dem Förderverein ginge, der sich in Kemnitz gegründet hat, dürften sich die Arbeiten nicht nur auf die Sturmschäden beschränken. "Das Dach müsste gemacht werden, das Mauerwerk weist erhebliche Schäden auf und im Dachstuhl fehlen Dachsparren", zählt Steve Mertens, der Vorsitzende des Fördervereins "Alte Dorfkirche Kemnitz e.V", auf. Mit den anderen neun Kemnitzer Vereinsmitgliedern wartet er nur noch darauf, dass die Bestätigung vom Amtsgericht kommt, dann kann der Verein offiziell mit der Arbeit beginnen. Ziel ist es, die Dorfkirche, die im 14. Jahrhundert gebaut wurde, zu erhalten.

Erste Schritte wurden diesbezüglich schon unternommen. So haben die Kemnitzer vor drei Wochen die Kirche zum Kinosaal umfunktioniert und den Film "Wie im Himmel" gezeigt. 54 Besucher zeigten sich beeindruckt; sowohl vom Film als auch vom Gotteshaus. Die Vereinsmitglieder hoffen, dass durch weitere Veranstaltungen, aber auch durch Spenden Geld zusammenkommt, um die Kirche auf Vordermann zu bringen. Denn von der Kirche selbst sind kaum materielle Zuwendungen zu erwarten. In einem Gutachten, das vor einigen Jahren erstellt wurde, geht man davon aus, dass 120 000 Euro investiert werden müssten, um den rechteckigen Feldsteinsaalbau mit seinem Dachturm, den Spitzbogenfenstern samt hölzernem Kanzelaltar und innerem Tonnengewölbe zu sanieren. Ein aktuelles Gutachten wird höchstwahrscheinlich noch eine höhere Baukostensumme in Aussicht stellen. So bleibt es zunächst dabei, dass nur die Sturmschäden beseitigt werden. Diese Kosten werden von der Versicherung übernommen. Pfarrer Wolf, der erst vor kurzem die Gemeinde in Kemnitz übernahm (seine Vorgängerin musste ihr Amt aus Krankheitsgründen niederlegen), schätzt das Engagement des Fördervereins. Auch Ortsbürgermeister Günter Österwitz wünscht sich, dass die Kirche weiterhin als Dorfmittelpunkt ins Auge sticht und nicht als Bauruine endet.

Märkische Allgemeine vom 30. März 2007

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