"Kleßener Sand" für 60 000 Euro

Neu gegründeter Förderverein unterstützt Renovierung der Dorfkirche

NORBERT STEIN

Kirche Kleßen 
Die Kirche soll innen und außen einen neuen Farbanstrich bekommen.
Foto: Stein

KLESSEN Der Orkan "Kyrill" hat in der Region nicht nur Bäume umgelegt. In vielen Dorfkirchen wurden Ziegel abgedeckt und die ohnehin baufälligen Gemäuer wackelten gefährlich. Die Dorfkirchen in der Region sind in schlechtem Zustand (MAZ berichtete). Um in Kleßen Schlimmeres zu verhindern, kümmert sich um den Erhalt der Dorfkirche ab sofort auch ein Förderverein. Bei der Gründung wählten die vorerst 12 Mitglieder einen Vorstand. Ingrid Ziesmer ist die Vorsitzende des vierköpfigen Gremiums, dem außerdem Sabine Thiedig, Gerhard Garz und Bernd Cronjaeger angehören. "Wir wollen uns dafür engagieren, dass die Kirche auch weiterhin wesentlich das Dorfbild prägt", sagt die Vorsitzende des Fördervereins. Gemeinsam mit Schloss, Spielzeugmuseum und Bürgerhäusern soll die Kirche ein harmonisches Ensemble bilden.

"Es ist schön, wenn sich Einwohner in dieser Form für ihr Dorf engagieren und ich hoffe, dass es noch mehr werden", lobt Michael Austen, Bürgermeister der Gemeinde Kleßen-Görne, die Arbeit der Mitglieder im Förderverein. Austen gehört, ebenso wie Pfarrerin Gabriele Metzner zu den Gründungsmitgliedern.

Um weitere Mitstreiter zu gewinnen wurde der Mitgliedsbeitrag mit einem Euro pro Monat bewusst niedrig festgelegt. Auf der Gründungsversammlung wurden bereits konkrete Vorhaben für die kommende Zeit angesprochen. Als erstes soll die Dorfkirche innen und außen einen neuen Farbanstrich bekommen.

Innen muss vor allem die Decke neu gestrichen werden, damit große Ölflecke verschwinden. Diese Ölflecke entstanden, nachdem auf dem Dachboden Holzschutzlasuren verarbeitet wurden. Mit einem neuen Außenanstrich soll sich die Kirche farblich harmonisch in das Dorfumfeld einfügen. Bei der Restaurierung der Kirche wird man sich deshalb auf den Farbton "Kleßener Sand" festlegen. Um die richtige Farbnuance herauszuarbeiten, wurden schon die ersten Sandproben entnommen. Bereits in diesem Sommer möchte der Förderverein mit der Neugestaltung der Kirche beginnen. Im nächsten Jahr sollen die letzten Pinselstriche gesetzt sein. Danach wird man sich dann weiteren notwendigen Restaurierungsarbeiten zuwenden. Die Malerarbeiten werden rund 60 000 Euro kosten.

Das Geld zu besorgen ist nun zunächst die wichtigste Aufgabe des jungen Fördervereins. Dafür werden Fördermittelanträge gestellt, Sponsoren gesucht und Sammlungen organisiert. Die Kirche soll in Zukunft auch zunehmend ein Ort kultureller Veranstaltungen werden.

Im Jahr 1352 wurde Kleßen erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche wurde 1698 als Fachwerkbau in Saalform errichtet. Der 1757 erbaute Turm wurde 1886 durch einen Turm aus rotem Ziegelmauerwerk ersetzt. 1929 musste das baufällige Kirchenschiff gesperrt und abgerissen werden. Nach dreijähriger Bauzeit wurde die Kirche am 22. Oktober 1932 wieder eingeweiht.

Märkische Allgemeine vom 20. Februar 2007

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