Krangener Kirche wird weiter saniert

Neue Spende in Aussicht gestellt / Jetzt soll der Innenraum instand gesetzt werden

ROLF WUNSCH

KRANGEN In Krangen wächst wieder die Lust, an der Dorfkirche zu werkeln. Die Zusage einer neuen Spende ihrer Förderer Renate und Roland Gruber aus Berlin-Steglitz, wieder im fünfstelligen Bereich, nährt die Hoffnung auf das Fortsetzen der Sanierung der bald 170Jahre alten Kirche.

Nach dem Sanieren der äußeren Hülle vor zwei Jahren soll der Innenraum folgen. Noch im Februar könnte es mit dem Abriss der maroden Decke losgehen. Die ist längst nicht mehr original und besteht aus tropfwasserbeschädigten Spanplatten. Wenn erst eine neue Holzdecke eingezogen wäre, könnte es Ende März/April an die Umgestaltung der schinkelschen Hallenkirche gehen. "Wir wollen den Altar ein Feld nach vorn ziehen. Damit entstünde dahinter Platz für die Vergrößerung des Gemeinderaumes und für eine begehbare Garderobe sowie für den Einbau von Toiletten und einer kleinen Küche", sagte Pfarrer Traugott Kuhnt.

Der Berliner Restaurator Ulrich Schneider hat im Oktober den originalen Zustand von Farbgebung und Ornamentik dokumentiert. Auf dieser Grundlage gab es vom Denkmalschutz grünes Licht für die Sanierung.

Das gilt mittlerweile auch für den nachträglichen Einbau einer Dachentwässerung. Durch das Fehlen der bislang verweigerten Dachrinnen und die mangelhafte Bauausführung bei Putz und Anstrich hat Tropfwasser vom Dach die neuen Sockel schon wieder aufplatzen lassen. Nach Laboruntersuchungen und Vorlage des entsprechenden Gutachtens wollen Bauherr Kuhnt und der federführende Architekt Norbert Bünger vom Neuruppiner Architektur- und Ingenieurbüro "Uns Huesing" die verursachenden Firmen jetzt in Regress nehmen.

Damit die Kirche in der kalten Jahreszeit nicht leer bleibt, denkt Bünger an die Installation einer Elektroheizung. Wärmeverlusten an den derzeit einfach verglasten Fenstern soll durch den Einbau von Innenfenstern begegnet werden. Die würden den äußeren Rundbogenfenstern spiegelbildlich gleichen und so das äußere Erscheinungsbild der Kirche nicht verändern.

Ob sich all diese Pläne in die Tat umsetzen lassen, steht aber noch in den Sternen. Geld von der Landeskirche sei nicht zu erwarten, dämpft Kuhnt allzu große Hoffnungen. Mit Vertrauen in Gott und auf die Tatkraft der Krangener, die schließlich vor drei Jahren aus eigener Kraft an zwei Wochenenden das Kirchendach komplett neu eingedeckt haben, hoffe man auf die Fortsetzung der Kirchensanierung. Weitere Spenden seien dafür willkommen.

In der am Abend des 24. Dezember 1837 geweihten Kirche wird schon seit einiger Zeit neben sakralen Feierlichkeiten auch weltliche Kultur geboten. Im vergangenen Jahr sorgte beispielsweise der Donkosakenchor für wahre Begeisterungsstürme in dem Gotteshaus.

Märkische Allgemeine vom 08. Februar 2007

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