Birkholzer Dorfkirche soll wachsen

Von Olav Schröder

Blick auf das Gotteshaus 
Blick auf das Gotteshaus: Die linke Hälfte der Kirche war bei der Sprengung des Turms zerstört worden.

Birkholz (MOZ) Der rührige Förderverein Dorfkirche Birkholz hat sich nächste Bauprojekte zur Wiederherstellung des Gotteshauses vorgenommen. Im Kirchenschiff sollen die Wand samt der Wölbung, über der einst der Kirchturm emporragte, rekonstruiert werden. Der Turm war 1972 trotz des Protestes der Kirchenmitglieder gesprengt worden. Dabei wurden auch das Schiffsgewölbe und andere Teile der Kirche zerstört.

Die Begradigung der Wand hat einen ganz praktischen Nutzen. Zurzeit steht unterhalb des ehemaligen Turms noch ein Gerüst, das die Besucher in dem Durchgang vor eventuell herabfallendem Mörtel oder Steinen schützt. Darüber hinaus bilden die Arbeiten aber auch die Voraussetzung für den weiteren Wiederaufbau des Turms, erläutert Hubert Heinrich, der Vorsitzende des 2002 gegründeten Fördervereins.

In den vergangenen Jahren ist bereits einiges zum Erhalt der Birkholzer Kirche geschehen. Zur Sicherung des Bauzustands wurde 2001 eine gläserne Dachkonstruktion über den stark beschädigten und bis dahin offenen Teil des Kirchenschiffs angebracht. Der Innenraum erhielt einen Steinfußboden, die Gruft mit dem Heizungskeller wurde saniert und die offenen Fugen der Außenmauern wurden wieder geschlossen. Nicht zuletzt wurde dafür gesorgt, dass das Regenwasser von der Sakristei der Nordseite des Chores und der Westseite des Turmes abgeleitet wird, damit auch diese Mauern, die lange Zeit Wind und Wetter ausgesetzt waren, wieder trocknen können.

Begleitet werden die Arbeiten vom Fachbereich Architektur der Technischen Fachhochschule Berlin. Neben der Aufnahme von Grundrissen und Schnitten wurden Nutzungskonzepte erstellt, Feuchteschäden untersucht und Archivforschung betrieben. Außerdem gibt es ein Forschungsprojekt. Es trägt den Titel: "Entwicklung einer Planungsstrategie am Beispiel der Rekonstruktion der Kirchen­ruine in Birkholz.

Für die Kirchengemeinde bedeutete die Sprengung im Jahr 1972 einen tiefen Einschnitt. Der Turm sollte aus Sicherheitsgründen, wie es hieß, gesprengt werden. Hubert Heinrich erinnert daran, dass nach der Sprengung die Dachstuhlkonstruktion mit den Kirchenglocken aber noch aus dem Schuttberg herausragte.

1990 begann dann die Sicherung und Sanierung der Kirche. In der Zwischenzeit - die Gemeindearbeit war eingestellt worden - waren die Orgel, Empore, Altarbild, Kanzel, Kronenleuchter, Kirchenfenster, Tauftisch, Tür der Sakristei, Fußbodenfliesen und anderes mehr verloren gegangen. Drei von vier Kanzeltafeln aus dem Jahr 1681 sind jedoch wieder entdeckt worden. Auch das bei der Sprengung stark beschädigte Turmkreuz wurde restauriert und neu blattvergoldet.

Neben den Gottesdiensten finden in der Kirche schon jetzt im Sommerhalbjahr regelmäßig Konzerte statt. Langfristiges Ziel ist es, sie unabhängig von der Jahreszeit für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.

Über die Unterstützung durch private Spender freut sich der Förderverein besonders, so Heinrich. Weitere Partner sind das kirchliche Bauamt, die Denkmalschutzämter des Kreises und des Landes sowie der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Hubert Heinrich ist telefonisch unter 03338 760060 zu erreichen. Die E-Mail-Adresse des stellvertretenden Vorsitzenden lautet witt.berlin@t-online.de. Für Spenden auf das Konto 3140\u2003144\u2003635 bei der Sparkasse Barnim, BLZ 170 52 000, werden Spendenquittungen ausgestellt.

Märkische Oderzeitung vom 13. Januar 2007

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