Die Kirche wieder ins Dorf holen

Von Maria Neuendorff

Oderberg (GMD) Ein Neuendorfer Förderverein will die Kirche wieder ins Dorf holen. Das ist nicht nur im übertragenen Sinne gemeint. Die erste Unterstützung kam von Bürgermeister Klaus Schulenburg, der 750 Euro für die Wehrkirche im Oderberger Ortsteil sammelte.

Kirchen sind für viele Orte Wahrzeichen, Treffpunkt und Veranstaltungsstätten in einem. Deswegen besinnen sich immer mehr Gemeinden auf ihre Gotteshäuser und bemühen sich, diese vor dem Verfall zu bewahren.

In dem Oderberger Ortsteil Neuendorf gründete sich auf Anregung des Pfarrers Walter Bindemann im Mai 2006 ein Förderverein, der sich dem Erhalt der Wehrkirche verschrieben hat. "Vor allem der Altar, der aus der Spätrenaissance stammt und den Dreißigjährigen Krieg überstanden hat, ist sehr gefährdet, wenn nicht bald gehandelt wird", mahnt Bindemann. Ein erster Schritt wäre die Bestandssicherung und Analyse des Materials, danach könnte eine umfassende Restaurierung erfolgen. Was diese kostet, lässt sich noch nicht abschätzen. "Allein die Bestandssicherung würde 7000 bis 8000 Euro kosten", schätzt der Pfarrer.

Da sind die 750 Euro, die Oderbergs Bürgermeister Klaus Schulenburg vor kurzem an den Förderverein übergab, nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber sie sind auch ein wichtiges Zeichen, eine Art Bekenntnis für den Feldsteinbau, der selbst aus dem 13. Jahrhundert stammt. Schulenburg hatte seine Geburtstagsgäste gebeten, für die Wehrkirche zu spenden, anstatt ihm Geschenke zum 70. zu übergeben.

Doch dem Förderverein geht es nicht nur darum, Geld für den Erhalt des Gebäudes zu sammeln. "Wir wollen auch die Kirche ins Dorf holen", erklärt der Vorsitzende Rudolf Hinze. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn die Wehrkirche, in der Gottesdienste abgehalten werden und die im Sommer zur Besichtigung geöffnet ist, liegt am äußersten Ortsrand. Der Förderverein will künftig den Zugang zur Kirche vereinfachen und durchreisende Touristen auf das historische Gebäude aufmerksam machen. Außerdem soll es ab Frühjahr 2007 kulturelle Veranstaltungen geben. Dass das gut funktioniert, bewiesen die Neuendorfer auch schon im vergangenen Jahr mit Konzerten, der Hubertusmesse und dem Drachenfest.

Inzwischen zählt der Verein 29 Mitglieder und hat Gemeinnützigkeitsstatus erlangt.

Märkische Oderzeitung vom 10. Januar 2007

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