Das Rosa ist noch frisch

Weseramer Kirche erstrahlt in neuem Glanz / Auch kommunale Nutzung

FRANK BÜRSTENBINDER

WESERAM Die Freude ist Manfred Gunkel anzusehen. Strahlend steht der Pfarrer im Ruhestand vor einer Dorfkirche, die nicht mehr wiederzuerkennen ist: "Ich bin begeistert." Der Putz ist neu, die Farbe noch frisch. Im dunklen Rosa strahlt die Fassade. Fensterleibungen, barocke Stilelemente und der Sockel sind grau abgesetzt. Das Dach hält wieder. Auch um den Turm, den zwei goldene Zifferblätter mit Zeiger schmücken, muss sich niemand mehr Sorgen machen. Nach eineinhalb Jahren und drei Bauabschnitten wurde gestern die Sanierung der Außenhülle unter Verantwortung von Bauleiter Wolfgang Schwarz abgeschlossen.

Fast 270 000 Euro haben die Arbeiten gekostet. In einem beispiellosen Kraftakt gelang es Geld aus verschiedenen Fördertöpfen zusammenzubekommen. Neben der Kirche beteiligte sich auch die Kommune an der Finanzierung. Es ist noch nicht lange her, da war das Weseramer Gotteshaus die graue Maus unter den Dorfkirchen rund um den Beetzsee. Großflächig war der Putz abgefallen. Ein wackliger Dachstuhl und ein maroder Kirchturm ließen für die Zukunft nichts Gutes erahnen. Dabei wäre es wohl bis heute geblieben, hätte Pfarrer Gunkel nicht während seiner aktiven Amtszeit so hartnäckig um Geld gekämpft. Dreimal stellte er vergeblich Förderanträge. Erst beim vierten Anlauf platzte der Knoten. Durch vertragliche Regelungen konnte die Kommune mit ins Boot geholt werden. In dem gut 250 Jahre alten Bauwerk können nun auch nichtkirchliche Veranstaltungen stattfinden, die freilich dem Charakter des Hauses angemessen sind. "Wir denken an Lesungen oder Konzerte", sagte Ortsbürgermeister Peter Malpricht gestern im Kreise von Bauarbeitern bei einer kleinen Dankeschönfeier. Als Weseramer sei er stolz, dass die Sanierung der Kirche so gut gelungen sei, freute sich Malpricht. Er dankte auch dem Bauamt, mit dessen Hilfe es gelang, alle Kräfte auf dieses Vorhaben zu konzentrieren. Die Weseramer Kirche gehörte zu den letzten Objekten, die über das einstige Bund-Länder-Programm "Dach und Fach" gefördert wurden. Nicht nur Firmen, sondern auch die Weseramer haben dabei Hand angelegt. Wieder mit dabei Egon Gast als unermüdlicher Vorarbeiter des "Bauaktivs".

Was noch fehlt, ist die Inbetriebnahme der Kirchturmuhr. Den Wiedereinbau des Zeitmessers machte eine Spendenaktion (Märkische Allgemeine vom 27. Januar 2004) möglich, die auf Initiative von Frau Beelitz zustande kam. Aus technischen Gründen kann der Einbau des eigentlichen Uhrwerkes erst etwas später stattfinden. Geplant ist noch eine Bauphase vier - die Sanierung des Kircheninnenraums.

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