KIRCHE IST FIT FÜR DIE BESICHTIGUNG

Arbeitseinsatz am Königsberger Gotteshaus / Förderkreis aktiv

HAJO NITSCHKE

KÖNIGSBERG Der Förderkreis Dorfkirche Königsberg lädt am 11.September – anlässlich des Tages des offenen Denkmals – zu Turmführungen ein. Von 10 bis 18 Uhr werden Gäste bis zu den drei unterschiedlich großen Glocken begleitet. Der Auf- und Abstieg im 25 Meter hohen Turm erfolgt auf eigene Gefahr.

Förderkreismitglieder und andere Königsberger haben am vergangenen Sonnabend schon mal „geübt“. Im Turm war Großreinemachen angesagt. Die Reinigung, einschließlich des Glockenturms, war eine besonders staubige Angelegenheit.

1926 wurden die drei Glocken aufgehängt, die in Bockenem im Harz angefertigt worden waren. Die Vorgängerglocken von 1697 und 1746 hatten im Ersten Weltkrieg abgegeben werden müssen. Die kleinste Glocke von 1574 bekam damals Christdorf.

Am 11.September wird noch mehr über die um 1500 gebaute Kirche zu erfahren sein. Dann werden auch Kirchenführer und -kalender für 2006 zum Kauf angeboten, ebenso Postkarten mit einem von Julia Lindemann aus Teetz gemalten Bild von der Königsberger Kirche. Die Verkaufseinnahmen sind für die Kirchensanierung bestimmt.

Es gibt Hoffnungen, dass das von der Bauaufsichtsbehörde im April 2004 gesperrte Kirchenschiff noch dieses Jahr wieder benutzt werden kann. Die Kirchengemeinde Königsberg hat ein Notsicherungskonzept erstellt, das vom Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz bestätigt wurde.

In erster Linie geht es um das Abstützen des Dachstuhls und um das Erneuern von Verbindungen. Nach der Notsicherung müssen innerhalb von fünf Jahren Dacherneuerung und die Problematik der Risse im Mauerwerk am Ostgiebel der Kirche in Angriff genommen werden.

Die über 30 Mitglieder des Förderkreises freuen sich, dass jetzt Bewegung in die Kirchensanierung kommt. Förderkreisvorsitzende Elisabeth Lau: „Kara Huber, die Gattin von Bischof Wolfgang Huber, übernahm im vorigen Jahr die Schirmherrschaft für die Sanierung unserer Kirche. Sie hat schon viel bewegt.“ Der Förderkreis bleibt rührig. Seine am besten besuchte Veranstaltung fand im Rahmen des Dorfkirchensommers im Mai statt. Damals kamen rund 100 Gäste.

Elisabeth Lau weist darauf hin, dass der Förderkreis sich über weitere Mitstreiter freuen würde: „Hier sind alle willkommen. Helfen setzt keine Konfession voraus“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich komme oft aus Richtung Herzsprung. Als Erstes sehe ich unsere Kirche. Unvorstellbar, wenn sie nicht mehr da wäre.“ Am Kirchturm wachsen Zeichen der Hoffnung. Es sind zwei Kletterrosen, gespendet von der Partnerkirchengemeinde Gaienhofen am Bodensee. Gepflanzt wurden sie beim jüngsten Partnertreffen.

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