BAUERN LEGTEN GELD ZUSAMMEN

1879 wurde die Butzower Kirche gebaut / Förderverein will sie sanieren

MARCUS ALERT

BUTZOW Die Dorfkirche in Butzow ist eine der jüngsten der Region. Im Jahre 1879 entstand der modern-romanische Sakralbau. Doch der Zustand des Putzbaues ist inzwischen äußerst beklagenswert. Letzte Baumaßnahme war 1985 die Instandsetzung des Turmes. Doch längst wachsen wieder Sträucher aus dem Turm, es gibt Risse im Mauerwerk und der Dachstuhl wirkt völlig desolat. Erste Versuche eine Sanierung anzuschieben gab es bereits 1994 durch den damaligen Pfarrer Dirk Matthies.

Die geschichtlichen Nachrichten über die Butzower Kirche sind eher dürftig. Das schlichte Gotteshaus war Symbol für die neue Selbständigkeit eines Dorfes, das gerade erst aus der Herrschaft des Domkapitels entlassen worden war. Die Bauern sollen damals das Geld für den Bau, der auf den Grundmauern der alten Kirche entstand, aufgebracht haben.

Obwohl der Ort Butzow bereits 1208 erstmals urkundlich erwähnt worden war, fehlen sämtliche Hinweise auf einen Vorgängerbau. Zumindest weist die von Johann Greten in Magdeburg gegossene große Glocke auf einen solchen hin. Denn diese Glocke trägt die Jahreszahl 1697. Und der Chronist Otto Tschirch berichtet in seiner „Geschichte der Chur- und Hauptstadt“ von einem im Jahre 1414 erfolgten Überfall der Magdeburger. „Sie hatten einen Streifzug in die havelländischen Dörfer Butzow und Ketzür unternommen, trieben den Bauern ihre Pferde und ihr sämtliches Vieh weg, drangen sogar in Friedhof und Kirche von Butzow ein, wohin die Bewohner ihre Habe geflüchtet hatten, schlugen den Leuten ihre hier geborgenen Kisten und Kasten auf und nahmen selbst die Chorröcke der Geistlichen mit fort“, heißt es bei Tschirch.

Als im Jahre 1903 die Eisenbahn nach Butzow kam, begann die Blütezeit des Dorfes. Sogar die Ausflugsdampfer aus Brandenburg legten in Butzow an und die Ausflügler besichtigten sicherlich auch das Kirchlein. Dieses überstand in den 1930er Jahren einen Blitzschlag und den Zweiten Weltkrieg.

Orgelbaumeister Schuke schlug im Jahre 1938 sogar vor, die Orgel unter Denkmalschutz zu stellen. Inmitten des Krieges, 1943, wurde das 1880 vom Schuke-Nachfolger C. E. Gesell in die gerade fertig gestellte Kirche eingebaute Musikinstrument generalüberholt. Für 560 Reichsmark. 1953 wurde mit Schuke ein Wartungsvertrag abgeschlossen. Bis 1962, da wurde der Vertrag gekündigt, wurden dadurch einige Schäden beseitigt. Seitdem ist aber nichts mehr passiert. Trotzdem klingt sie noch ganz passabel.

Kirche und Orgel sollen schrittweise wieder im alten Glanz erstrahlen. Im September dieses Jahres hat sich ein Förderverein gegründet, der sich die Rettung der Kirche auf die Fahnen geschrieben hat.

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