Golden glänzt die Turmkugel

Andacht und Festakt zum Abschluss der Arbeiten an der Rhinower Kirche

NORBERT STEIN

RHINOW Vor dem Altar liegen alte Balken, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Diese maroden Balken wurden in den letzten Wochen im Turm der Rhinower Stadtkirche durch neue Balken ersetzt. Sie waren das Sinnbild für den Erfolg der in den letzten vier Jahren vollbrachten Sanierungsarbeiten an der Außenhülle der 1734 errichteten Stadtkirche Sankt Jacobi. Mit einer Andacht und einem Festakt begingen die Rhinower am Freitagnachmittag den Abschluss des 2. und 3. Bauabschnittes der Sanierungsarbeiten an dem Gotteshaus. Jürgen Schindler-Clausner, 2. Vorsitzender des Fördervereins Rhinower Stadtkirche, begrüßte zu dem feierlichen Anlass den Superintendenten Thomas Tutzschke, Rhinows Bürgermeisterin Sybille Heling, Amtsdirektor Gerd Jendretzky und vor allem Bauarbeiter sowie Helfer und Sponsoren, die in verschiedenster Form bei der Lösung aller anstehenden Aufgaben und Arbeiten halfen. Mit Blas- und Orgelmusik wurde die Andacht eröffnet.

"Viele Menschen haben geholfen, dass wir die beiden Bauabschnitte vollenden konnten. Dafür gebührt ihnen unser Dank", sagte Pfarrer Helge Kraft und verschwieg nicht, dass es im Laufe der Zeit auch manches unvorhergesehene Problem zu lösen gab. So musste zusätzliches Gebälk ausgetauscht werden und der im 2. Bauabschnitt aufgebrachte Außenputz wollte gar nicht halten und musste nachbearbeitet werden.

Mit der Sanierung des nördlichen und südlichen Deckenbereichs von der Dachgeschossebene aus begannen 2002 die Sanierungsarbeiten. 14 Balkenköpfe wurden ausgewechselt. Später wurden Fenster und Fassade erneuert. In den letzten Monaten wurde der Turm saniert. Insgesamt wurden in der vier Jahre dauernden Sanierungsphase über 315 000 Euro verbaut. Geld, dass mit Hilfe von Fördermitteln der Landes- und Kreiskirche, des Landes Brandenburg, der eigenen Kirchengemeinde, des Kirchenfördervereins und über Fördermittel im Rahmen der Städtebausanierung aufgebracht wurde.

Thomas Tutzschke lobte das Geschaffene und betonte, dass damit nicht nur Bedeutsames zum Erhalt eines historischen Bauwerkes geleistet wurde. Die Kirche sei heute als Stätte der geistigen Besinnung und der Erreichung der Herzen mehr denn je erforderlich, so der Superintendent.

Im Anschluss an die Andacht fand der Festakt im Freien seine Fortsetzung. Bauarbeiter setzten die restaurierte und neu vergoldete Turmkugel samt Wetterfahne und Stern auf. Die Kirche hat damit ihr weithin sichtbares Symbol wieder. Zuvor aber verlötete Baumeister Matthias Weber zwei neue Kartuschen. In diesen befinden sich aktuelle Zeitdokumente, Unterlagen von den Sanierungsarbeiten, ein Bericht der evangelischen Kirchengemeinde zu den Bauarbeiten von Pfarrer Kraft, ein aktueller Zeitbericht der Kommune, Geldscheine und Euromünzen sowie Berichte der MAZ über die Sanierung der Kirche. Gemeinsam mit drei alten Kartuschen, die historische Dokumente zur Kirche beinhalten, wurden die zwei neuen Kartuschen in die Turmkugel gelegt. Dann wurde diese unter den Augen vieler Zuschauer montiert.

Mit Sekt stießen die Zuschauer auf das vollbrachte Werk an. Die Rhinower Bäcker hatten sich etwas Besonders einfallen lassen. Sie hatten extra kleine Turmkugeln gebacken, die aus Dank für die Arbeit an Helfer und Unterstützer übergeben wurden. Damit ist die Außensanierung abgeschlossen und die Rhinower wollen sich ans Werk machen, ihre Kirche auch von innen zu verschönern.

Märkische Allgemeine vom 23. Oktober 2006

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