BACH UND GELBE ROSEN

Die Gortzer Orgel spielt wieder / Dank an Sponsoren und Förderverein

FRANK BÜRSTENBINDER

 Dorfkirche Gortz

GORTZ Ohne sie wäre eine Rekonstruktion noch nicht möglich gewesen: 12 500 Euro spendeten Hannelore und Helmut Schmidt aus Berlin für die Sanierung der Gortzer Kirchenorgel. An ihre hochherzige Stiftung erinnern die Namen der Eheleute, die zwei der 36 neuen Prospektpfeifen zieren. Helmut Schmidt war es leider nicht mehr vergönnt, die Wiederinbetriebnahme der hundertjährigen Eifert-Orgel mitzuerleben. Für ihren inzwischen verstorbenen Gatten nahm Hannelore Schmidt am Sonntag das große Dankeschön des Fördervereins und der Kirchengemeinde Butzow/Ketzür/Gortz entgegen. In Zeiten knapper Kassen sei das private Engagement unersetzlich, würdigte Klaus Jacob vom Gemeindekirchenrat die Sponsoren und die unermüdliche Arbeit des Fördervereins. Pfarrer Martin Gestrich überreichte jedem anwesenden Vereinsmitglied zur Feier des Tages eine gelbe Rose. Dabei blieb nicht aus, dass es „eine Rose für Frau Rose“ gab. Claudia Rose steht an der Spitze des Vereins, der vor vier Jahren die Rettung des maroden Kirchengebäudes einleitete.

Das erste Konzert der rund um erneuerten Orgel war denn auch die vorläufige Krönung der Vereinsbemühungen. Beim Herbstfest blieb kein Platz in dem spätgotischen Gotteshaus frei, während Orgelbaumeister Jörg Stegmüller das Publikum in die Geheimnisse des Instrumentes mit seinen zwei Manualen und neuen Registern einweihte. Was Stegmüller unten im Kirchenschiff an Tönen erklärte, war prompt darauf zu hören. Oben auf der Empore saß Elke Pilz an der Orgel. Die Kantorin aus Michendorf und Freundin von Stegmüller hatte dem Instrument bereits zur Andacht die ersten Musikstücke entlockt.

Doch ihre erste große Stunde erlebte die Gortzer Orgel beim folgenden Konzert, zu dem sich der Förderverein Manfred Maibauer eingeladen hatte. Der Kirchenmusiker an der St. Thomas-Kirche in Berlin-Mitte hatte sich mit Bachs Toccata mit Fuge d-moll einen würdigen Auftakt ausgewählt. Die Besucher waren begeistert und Maibaumer lobte gegenüber der MAZ: „Die Orgel ist wieder bestens bespielbar.“

Orgelbaumeister Jörg Stegmüller und sein Geselle Martin Schröder restaurierten sie in diesem Sommer. Zunächst sagten sie den holzfressenden Anobien den Kampf an, 36 neue Prospektpfeifen wurden angefertigt und ein elektrisches Windgebläse eingebaut.

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