Gandenitzer Kirche "Peter und Paul" fast fertig saniert

Am Sonntag wird Wiedereinweihung gefeiert

Von unserem Redaktionsmitglied Ulrike Buchmann

Gandenitz. Ganz werden die Gerüste noch nicht gefallen sein, wenn die Gandenitzer und Gäste am Sonntag um 14 Uhr die Wiedereinweihung ihrer Kirche feiern. Es gab Verzögerungen im Bauablauf, so dass die Dachflächen unter dem in diesem Jahr komplett neu errichteten Turm zum Teil noch offen sind. Das tut der Freude im Förderverein und in der Gemeinde keinen Abbruch. Das Gotteshaus mitten im Dorf schaut von innen und außen wieder ansehnlich aus. "Dass wir das in nur zwei Jahren schaffen würden, hätte ich mir nie träumen lassen", sagt die Vereinsvorsitzende Dorothea Krohn.

Pfarrer Ralf-Günther Schein hatte das ganze Vorhaben zunächst mit Skepsis betrachtet. "Da waren damals nicht mehr als 30 000 Mark in der Gemeindekasse", erinnert er sich an seine finanziellen Bauchschmerzen. Erst als der Kirchenkreis Templin signalisierte, dass er 75 000 Mark zur Sanierung beisteuern würde, wurde dem Pfarrer wohler. "Denn ohne einen angemessenen Eigenanteil hätten wir die Fördermittel des Landes nicht bekommen", sagt er.

Mit Hilfe dieser Mittel in Höhe von rund 125 000 Euro, Geldern aus dem Konsistorium, wo man dank "Frauenpower aus Gandenitz" rasch merkte, hinter diesem Bauprojekt steht eine interessierte Gemeinde, und privaten Spenden konnten die Baukosten von insgesamt rund 250 000 Euro getragen werden.

Nicht nur brüchige, über 100 Jahre alte Biberschwänze waren auf dem Dach auszuwechseln. Zwei Drittel der Balken waren verfault, das gesamte Tragwerk gefährdet. Der Turm, der zunächst nur saniert werden sollte, war so marode, dass er beim nächsten Glockenläuten hätte umkippen können. Also wurde er neu aufgebaut.

Auch für die Sanierung der Innenräume konnten Förderverein und Gemeinde Geld auftreiben. Orgel und Elektrik stimmen wieder. Die Kirchenbänke, die einst an der Bushaltestelle und am Konsum standen, haben ihren ursprünglichen Platz zurück erhalten. Der Innenraum ist neu gestrichen, der 1867 von J. Gollin gestiftete Kronleuchter leuchtet wieder golden, die blank gewienerten Kerzenhalter auch. "Viele Dorfbewohner halfen mit kleinen handwerklichen Leistungen, der Gemeinderat unterstützte uns. Und wenn Fördervereinsmitglieder für die Kirche unterwegs waren, standen im Hintergrund auch immer deren Familienmitglieder, die das Engagement mittrugen. Es waren viel mehr Leute eingespannt, als zu sehen war", sagt Dorothea Krohn dankbar.

 

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