Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, hat dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. den

"Brandenburgischen Denkmalpflegepreis 2002"

für das Engagement zur Rettung, Erhaltung und Instandsetzung sowie für die angemessene Nutzung gefährdeter Dorfkirchen verliehen. Die Übergabe des Preises fand am 28. November in Potsdam statt.

Mit der Auszeichnung war ein Geldpreis in Höhe von 7.000 EUR verbunden. Der Vorstand des FAK hat im Rahmen des Festaktes 4.000 EUR an die Evang. Kirchengemeinde Blindow (Landkreis Uckermark) überreicht. An der Dorfkirche von Blindow sollen noch in diesem Jahr Maßnahmen zur Schwammsanierung ausgeführt werden. Die Arbeiten sind notwendig, um im kommenden Jahr die Dachsanierung der insgesamt stark gefährdeten Kirche ausführen zu können.

Die Laudatio auf den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.:

 Verleihung des Brandenburgischen Denkmalpflegepreises 2002
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Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (FAK) wurde 1990 nach englischem bzw. hessischem Vorbild gegründet und bemüht sich nun seit mehr als 10 Jahren um die Erhaltung und denkmalgerechte Nutzung von Kirchen, für die keine oder keine ausschließlich sakrale Nutzung mehr gegeben ist.

Der Initiator des Förderkreises Alte Kirchen war Angus Fowler, der seit 1973 Aktionen vielfältigster Art in Hessen durchführte um gefährdete Kirchen zu sichern oder als Schmuckstücke erstehen zu lassen.

Mittlerweile versteht sich der Förderkreis Alte Kirchen als Dachverband für örtliche Initiativen und hat sich als Schwerpunkt seiner Arbeit die Beratung und Initiierung von Aktivitäten und Initiativen, Vereinen etc. zur Erhaltung und Nutzung von Dorfkirchen gesetzt. Er ist ein wichtiger Vermittler von Erfahrungen in Vereinsrecht, Spendenwerbung, Baufragen und weiteren Organisations- und Rechtsproblemen und unterstützt die Arbeit der kirchlichen Baubehörde.

Mit der Herausgabe eines Jahresheftes zur Aktion "Offene Kirche" und einer Wanderausstellung konnten in beispielhafter Form baulich schwer geschädigte, oft denkmalgeschützte Kirchengebäude der Öffentlichkeit nahe gebracht werden. Die Reaktion darauf mündete in einer Vielzahl von Vereinsgründungen zur Rettung von Kirchengebäuden, für die 1999 ein einmaliger Förderpreis "Initiativen für Brandenburgische Dorfkirchen" vergeben und von der Robert-Bosch-Stiftung finanziell unterstützt wurde.

Um Aktivitäten und bürgerschaftliches Engagement für brandenburgische Dorfkirchen weiter zu forcieren, haben der FAK und die Robert-Bosch-Stiftung ein Startkapital für Kirchenvereine oder Initiativen ausgelobt.

Von den 2001 eingereichten 41 neu gegründeten Vereinen oder Initiativen konnte 10 Vereinen ein Startkapital in Höhe von 2.500 EUR gewährt werden.

41 neue Vereine heißt auch 41 Initiativen mehr für gefährdete Kirchen.

Seit 1990 haben Kirche, Land und Kommunen viel für die Sicherung und den Erhalt der mehr als 1600 Dorfkirchen in Brandenburg aufgewendet. Von den ca. 200 vom Verfall bedrohten Kirchen konnten schon 120 gerettet werden. Großen Anteil daran hat die Arbeit des FAK. So ist die Rettung der Saaringer oder Milower Kirche dem Verhandlungsgeschick und Beharrungsvermögen des Vereines zu verdanken. Förderungen und Zuschüsse fließen in der Regel nur dort, wo Initiativen vor Ort für die Erhaltung streiten und nachhaltige Nutzungskonzepte vorhanden sind.

In Zeiten immer knapper werdender Kassen ist das Engagement vieler noch viel stärker gefragt. Nicht nur die immer kleiner werdenden Kirchengemeinden, zunehmend auch Fördervereine und Einzelne sind am Erhalt der historischen Kirchenlandschaft interessiert. Fantasie, Kreativität, Durchsetzungsvermögen und Durchhaltevermögen sind gefragt.

Aber noch immer gibt es Kirchenruinen in den Dörfern, wo das Engagement vieler gefordert wird. Ich bin sicher, dass der FAK in seiner Tätigkeit nicht nachlassen wird und noch so manches Kleinod an Dorfkirche wieder im Glanz erstrahlen lässt.

Mein besonderer Dank gilt daher heute dem Förderkreis Alte Kirchen e.V., vertreten durch Herrn Angus Fowler und seinen Vertreter Herrn Bernd Janowski, der sich in vorbildlicher Weise für die Erhaltung von Kulturgut eingesetzt hat. Die jahrelangen Bemühungen verdienen daher die besondere Anerkennung des Landes Brandenburg.


 
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