Benefiz heißt das Hoffnungswort

Für die Dorfkirche Wansdorf gründete sich ein Förderverein

WOLFGANG GERTH

 Dorfkirche Wansdorf
Vereinsvorsitzender und Pfarrer i.R. Christian Maechler vor der Dorfkirche Wansdorf
Foto:Radon

WANSDORF „Irgendwie sind andere Dorfkirchen ansprechender“, fand Christian Maechler, ein Pfarrer im Ruhestand. Schon im Vergleich mit Bötzow, Paaren und Pausin, so meinte der aus Spandau nach Wansdorf gezogene 67-Jährige, falle das Gotteshaus weit ab, und das müsse sich ändern. Er schaute sich um und fand Mitstreiter. Gemeinsam gründeten sie den Förderverein Dorfkirche Wansdorf. Mit im Vorstand sind Ortschronistin Irmtraud Wilke, Ortsbürgermeister Siegfried Spallek und der Bauingenieur Manfred Heß. Unabhängig wollen sie sein, parteipolitisch ebenso wie konfessionell.

„Wir haben einiges vor“, bestätigten die vier, doch da es nirgends eine volle Kasse gebe, müsse man kleine Schritte gehen, um eines Tages auf einen großen zurückblicken zu können. Benefiz heiße dabei das Hoffnungswort. Ausstellungen, Konzerte und Gesprächsrunden – sowohl kirchliche als auch weltliche – sollen das schlichte Kirchenschiff beleben. Und alles Geld, das dadurch hereinkomme, dürfe nur zum Sanieren, zum Ausbau und zum Verschönern der Kirche ausgegeben werden.

Dabei sind die ersten Schritte bereits getan. Am Tag des offenen Denkmals war die 1765 im Stil des Barock erbaute Patronatskirche für eine Exposition zum Thema Krieg und Frieden geöffnet. Es wurde aus der Chronik gelesen, die Sanierung der Kirche beschrieben und dies mit Bildern dokumentiert. Danach sang der Kirchenchor aus dem benachbarten Grünefeld. Anfang Oktober stand ein „Musikalischer Herbststrauß“ auf dem Programm, Ende desselben Monats ein Orgelkonzert. Da das Instrument auf der Empore aber schon seit Jahren unbespielbar ist, behelfen sich die Vereinsmitglieder mit Schallplatten. „Die Augen schließen und sich vorstellen, es sei eine Orgel“ lautet die Empfehlung an die Gäste. Die Wirkung blieb nicht aus.

„Die Kirche soll das Ortsbild wieder prägen wie in ihren besten Zeiten“, ließ Bauingenieur Manfred Heß wissen, wobei er im Vereinsvorsitzenden gleichfalls einen Fachmann weiß. Pfarrer Maechler war jahrzehntelang auch mit dem Umbau von Kirchen beschäftigt, ein Vorteil, der Wansdorf nun zugute kommen soll. Im Interesse des Gemeinwohls gehe es dem Verein um angemessene Nutzungen, wobei auch künftig auf fest verankerte Kirchenbänke verzichtet werden soll. Ein freier Raum gestatte Spielraum, auch für Kinderfeste mit Spiel, Musik und Tanz. Selbst dem in Bötzow wohnenden zuständigen Pfarrer Andreas Voigt gefällt's.

Zu den Träumen der inzwischen 18 Vereinsmitglieder gehört auch der Wiederaufbau der Patronatsloge, die bis in das Jahr 1969 die Südseite des Kirchenschiffes schmückte. Wegen Baufälligkeit war sie einst abgerissen worden. Würde der 4,20 Meter lange und 3,80 Meter breite Anbau neu entstehen, entstände auch Platz für eine Küche. Sogar an eine stationäre Heizung und eigene Toiletten ließe sich dann denken. „Das alles aber ist noch fern“, erklärte der Vereinsvorsitzende. Fürs erste gehe es um den Erhalt des Hauses und Benefizveranstaltungen zu dessen Nutzen. Und da die Kirche seit 1982 den Status eines Denkmals genießt, steht bei allem, was sich verändern soll und wird, das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz Pate.

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