Zum Auftakt ein Dach für die Apsis

Von Silke Müller

  Wriezen

Wriezen (MOZ) Schon seit 1991 sammeln die Mitglieder des Fördervereins dafür, die Wriezener Marienkirche wieder mit einem kompletten Dach auszustatten. Für dieses ehrgeizige Vorhaben werden nach aktuellem Stand etwa 1,4 Millionen Euro gebraucht. "Das ist unglaublich viel Geld", gibt Dr. Ingo Mannigel zu, der dem Verein vorsteht. Deshalb soll der Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gotteshauses jetzt in kleinen Schritten vorangetrieben werden. Zunächst steht die Apsis im Vordergrund. Darauf haben sich die Mitglieder auf Vorschlag des Vorstands verständigt.

Nach einer Kostenschätzung des im Auftrag des Fördervereins arbeitenden Architekten Olaf Jenner aus Frankfurt (Oder) ließe sich ein neues Dach für die Apsis bereits für etwas mehr als 80 000 Euro verwirklichen. "Wir würden uns an dem historischen Vorbild orientieren", schlug der Architekt vor. Denn bis zu den verheerenden Bombennächten im April 1945 sei die gesamte Kirche im Zentrum von Wriezen mit einem Holzdachstuhl und Ziegeln versehen gewesen.

Ein überdachter Altarraum wäre aus mehreren Gründen von Vorteil, hatte Ingo Mannigel in seinem Tätigkeitsbericht erklärt und die Diskussion eröffnet.

Erstens sei dieses Vorhaben realistisch, weil der Verein über ein Guthaben in Höhe von etwa 60 000 Euro verfüge. Das noch fehlende Geld könne durchaus aufgetrieben werden.

Zweitens hätte ein Dach für die Apsis zur Folge, dass sich die Künstler bei Konzerten unter freiem Himmel nicht mehr vor Regen, Schnee oder Hagel in Acht zu nehmen bräuchten. Ihnen und vor allem ihren oft kostbaren Instrumenten stünde dann in der Kirche ein trockener Raum zur Verfügung. Das würde die Chance auf Veranstaltungen dieser Art vergrößern. Und somit auch die Möglichkeiten, Einnahmen zu erwirtschaften.

"Drittens wären gerade die Arbeiten an der Apsis ein ganz wichtiges Zeichen, dass wir unser Ziel weiterverfolgen", sagte Ingo Mannigel. Denn der Altarraum liegt am Wriezener Marktplatz und ist damit wohl das markanteste Gebäudeteil.

"Wir müssen die Bewohner der Stadt und die Förderer mit einem Ziel neu motivieren", befand der Vereinsvorsitzende. Das Dach für die Apsis könnte in zwei bis drei Jahren realisiert sein. Die Idee, sich fürs Erste auf den Altarraum zu konzentrieren, sei in Abstimmung mit der Kirche, der Stadt, dem Vorstand und auch dem Architekten gereift.

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