Nach Festgottesdienst Kirche bekrönt

Fest in der Kirche Küstrinchen Kugel mit Dokumenten, Münzen, Bauplänen und Tageszeitung gefüllt

Küstrinchen (dm). Seit Ostersonntag ziert die Küstrinchener Kirche wieder eine wunderschön restaurierte Bekrönung. Nach einem Festgottesdienst, bei dem Pfarrer Stechbart an die Osterbotschaft erinnerte, zogen Mitarbeiter der Lychener Zimmereifirma Rauter und Restaurator Thomas Heyde die Bekrönung auf den Turm. "Dies ist ein großer Augenblick für die Kirchengemeinde", sagte Pfarrer Stechbart. "Die Anstrengungen vieler aktiver Leute sind nun im wahrsten Sinne des Wortes gekrönt worden". Bernd Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg war im Landesarchiv im Potsdam fündig geworden und hatte die ursprüngliche Baurechnung für die Küstrinchener Kirche aus dem Jahre 1747 zu Tage gefördert.

1503 Reichstaler habe der gesamte Bau seinerzeit gekostet. In der Rechnung, die von einem Amtmann Cavan aus Boitzenburg unterzeichnet war, war im Grunde genommen jeder Nagel, der ins Küstrinchener Kirchengebälk geschlagen wurde, aufgeführt. Pfingsten 1747 sei dann im Ort ein großes Fest, die Kirchenweihe, begangen worden. Und die habe sage und schreibe 32 Reichstaler gekostet. Im Verhältnis zum Baupreis müsse man damals ein rauschendes Fest gefeiert haben, schmunzelt Bernd Janowski. Und auch bei der Festrechnung hatte man auf Korrektheit großen wert gelegt. Allein 50 Pfund Rindfleisch seien verzehrt und zwei große Tonnen Bier geleert worden. Französischer Rotwein und Kognak sei ebenfalls geflossen. Die Kirchenweihe habe man sich damals richtig etwas kosten lassen. Fakt sei, so Bernd Janowski, dass zur gleichen Zeit am Boitzenburger Schloss gebaut wurde. Und die gleichen Bauleute, die in Boitzenburg zugange waren, hätten auch in Küstrinchen gebaut. Dies gehe aus den Unterlagen hervor.

Und so enthält die Kugel der Bekrönung der Küstrinchener Kirche wieder allerhand Dokumente. Also nicht nur die alte Baurechnung aus dem Jahre 1747 sondern auch die aktuellen Baupläne, eine Zusammenstellung von Fotos, ein origineller und sehr persönlicher Brief der Kirchengemeinde an das Kirchlein Küstrinchen, jede Menge Münzen und auch die Tageszeitung Uckermark Kurier.

Der Förderverein Kirche Küstrinchen war stolz, dass auch die zweite Etappe der Kirchensanierung nun fast beendet ist.

   Zur Artikelübersicht