SANIERUNG BIS ZUM SOMMER / FÖRDERVEREIN TRIFFT SICH HEUTE ABEND

Turm bald komplett eingerüstet

MICHAEL BEESKOW

 Wittenberge

WITTENBERGE Selbst für die Monteure von Schwan Gerüstbau aus Bad Wilsnack ist das keine alltägliche Aufgabe. Anfang März begannen sie mit dem Einrüsten des Turmes der Evangelischen Kirche in Wittenberge. Doch noch immer lugt ein Teil der Kupferhaube aus dem Stahlkorsett. Ende dieser Woche, vielleicht aber erst in der nächsten Woche wird der 55 Meter hohe Turm komplett eingerüstet sein. Sicherheit geht hier vor Zeit.

Einer ungewöhnlichen Baulösung ist es zu danken, dass der Turm mit seinen Kriegsschäden nicht schon früher saniert werden musste. Ulrich Wernicke, Vorsitzender des Fördervereins, ist sich sicher: Bestünde die Spitze aus einer Holzkonstruktion, wäre diese ebenso vom Schwamm befallen gewesen wie der inzwischen erneuerte Dachstuhl. Der Baumeister war jedoch auf die Idee gekommen, die Haube aus Ziegelsteinen aufmauern zu lassen. Bis zum Sommer sollen die beschädigte Kupferplatten ausgewechselt werden - nicht wenige weisen Einschüsse noch aus Kriegszeiten auf. Maurer werden zudem den ganzen Turm neu verfugen.

Auch dieser Bauabschnitt wird wieder vom Förderverein finanziell unterstützt, der übrigens heute Abend um 19 Uhr zu einer Sitzung in der Kirche zusammenkommt. Zu den vielen Dingen, die in den letzten Jahren erreicht werden konnte, gehört neben der Sanierung des Dachstuhls auch die Wiederherstellung der Apsis mit ihrer schönen Kassettendecke. Jüngst wurde überdies eine Behinderten gerechte Toilette fertig. Der Förderverein will sich heute Gedanken machen, wie nun noch eine Zugang für Behinderte geschaffen werden kann.

Vorerst bleibt der Innenraum ein Rohbau. Dennoch soll die weite Kirchenhalle mehr und mehr für Veranstaltungen genutzt werden. Ulrich Wernicke verriet, dass von Mai bis September mindestens einmal im Monat ein Konzert in der Kirche stattfinden wird. Dabei soll nicht allein ausgesprochen geistliche oder klassische Musik zu Gehör gebracht werden. Die Kirche will offen sein, auch für irische Volksmusik oder russische Weisen.

Natürlich ist Kantor Johannes Wauer in die Absprachen einbezogen. Dieser muss sich allerdings mit dem Orgelspiel auf die Gottesdienste beschränken, da diese ist nur teilweise bespielbar ist. Erst nach den Malerarbeiten soll die Orgel gründlich gereinigt werden.

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