Orgel so alt wie die Kirche

Brief aus dem Jahre 1856 belegt das / Original noch vorhanden

 Kopie des Briefes aus dem Jahre 1856
Kopie des Briefes aus dem Jahre 1856

STÜDENITZ Die Stüdenitzer Kirche wird, wie MAZ bereits berichtete, in diesem Jahr 150 Jahre alt. Gleiches trifft zu für die Orgel. Dies belegt ein Schriftstück, das im Besitz der Kirchengemeinde ist. Darin kündigt der damalige Berliner Orgelbaumeister C. A. Buchholz dem Stüdenitzer Pfarrer postalisch an, dass das Instrument bald im Dorf eintreffen wird. Datiert ist der Brief vom 21. Oktober 1856 und gerichtet an Pastor Wilhelm Penzler, der erst zwei Jahre vorher seine Stelle im Ort angetreten hatte. Der Text liest sich recht interessant. Alle, die in diesem Jahr für die Restaurierung gespendet haben, erhielten in diesen Tagen eine Kopie des Briefes als Dank von Pfarrer Henning Utpatel aus Breddin, der auch in Stüdenitz die Kirchengemeinde betreut.

Der Wortlaut des Briefes: "Euer Wohlgeboren zeige ich hiermit ergebenst an, daß die Orgeltheile heute mit der Eisenbahn verladen und am Donnerstage früh in Zernitz ankommen werden. Vier Gehülfen, damit die Aufstellung rasch gefördert werde, sende ich am Donnerstage früh mit der Bahn ab, und es wäre daher wünschenswerth, daß die Wagen zur Abholung der Sachen im Laufe des Vormittags am Donnerstage in Zernitz einträfen, damit die Gehülfen die Verladung besorgen und mit nach Stüdenitz hinüberkommen könnten. Sobald es irgend die Geschäfte erlauben komme ich dann nach und habe die Ehre unsere persönliche Bekanntschaft zu erneuern. Mit größester Hochachtung verharre ich Euer Wohlgeboren. Berlin 21. October 1856, ergebenster C. A. Buchholz." hm (Ostprignitz-Ruppin)

Märkische Allgemeine vom 29. März 2006

   Zur Artikelübersicht