DAS DACH DER LIEBENWALDER STADTKIRCHE IST DRINGEND SANIERUNGSBEDÜRFTIG

Marodes Herzstück

VIOLA VOLLAND

LIEBENWALDE Volkmar Gartenschläger sorgt sich um die Liebenwalder Stadtkirche. Das Dach ist marode, Putz blättert von den Wänden. Hinzu kommen Wasserschäden, weil das Gebäude keine Regenrinnen hat. "Eine Sanierung ist dringend notwendig", sagt der Pfarrer.

Die Kirche bildet neben dem historischen Rathaus das Herzstück der Stadt Liebenwalde. Zwischen 1833 und 1835 wurde sie erbaut, nach einem Entwurf des berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel. Viel Holz im Kirchenschiff sah dieser vor, eine doppelgeschossige Fensterordnung und einen getrennt gestellten Turm (bis 1875).

Heute steht die Stadtkirche unter Denkmalschutz, weshalb die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises einer Sanierung zustimmen müsste. Derzeit wird ein Gutachten über die Mängel an Dach, Mauerwerk und Fassade erstellt, auf dessen Basis die Behörde entscheidet.

Einsturzgefährdet sei das Kirchendach zwar momentan nicht, sagt der Bauingenieur Klaus Hintze. Er hat für die Gemeinde im Jahr 2002 einen Bauzustandsbericht der Stadtkirche verfasst. "Aber wenn man nichts tut, dann gehen die Schäden immer stärker ins Mauerwerk", warnt Hintze. Die Zwischendecke des Kirchenschiffs müsste bereits jetzt komplett erneuert werden. Der Bauingenieur sieht eines der Hauptprobleme in der Feuchtigkeit in Wänden und Dachstuhl: "Feuchtigkeit zerstört über einen längeren Zeitraum jedes Gebäude."

Die letzte Sanierung des Dachstuhls liegt schon mehr als 30 Jahre zurück. 1972 hat die Gemeinde grobe Ausbesserungen vorgenommen. "Man hat sich damals sehr ins Zeug gelegt, aber es hat leider nicht lange gehalten", meint Pfarrer Gartenschläger. Der Landkreis hatte den beauftragten Baufirmen nur geringe Gelder bewilligt.

Das Finanzielle ist auch heute noch ein Problem. Im Herbst vergangenen Jahres hat der Liebenwalder Kirchenrat beschlossen, das Gotteshaus wieder instand zu setzen. Es wird schwer werden, diesen Beschluss umzusetzen, weil Mittel fehlen. Erst 2002 musste die Stadtkirche Rücklagen in die Reparatur der Orgel stecken. Die Gemeinde ist deshalb auf Fördermittel und Spenden für das Kirchendach angewiesen. Wie viel Geld eine Sanierung verschlingen würde, ist noch nicht bekannt. "Das wird nach dem Gutachten festgestellt", erklärt Klaus Hintze. In einem ist er sich aber sicher: Wenn nicht bald etwas passiert, steigen die Kosten einer Sanierung noch.

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