ÜBER GORTZ SHEINT DIE SONNE

Barocke Ausmalung in Dorfkirche entdeckt / Außensanierung fast fertig

FRANK BÜRSTENBINDER

 Dorfkirche Gortz
Dorfkirche Gortz vor Beginn der Sanierung im Februar 2002
Foto: FAK

GORTZ Kein Geld, keine Sponsoren, dafür eine marode Kirche. Das war im März 2002. Beim ersten Frühlingsfest ahnte damals niemand, welche Erfolgsgeschichte vor dem gerade gegründeten Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche in Gortz liegen würde. Nur drei Jahre später ist das Gotteshaus vor dem Verfall gerettet. Über 300.000 Euro sind bislang in die Sanierung des spätgotischen Feldsteinbaus geflossen.

Erst vor wenigen Wochen wurden die Arbeiten am Dach abgeschlossen. Es erhielt eine neue Eindeckung aus gebrauchten, aber soliden Ziegeln. Jede Menge maroder Balken und Dielen sind jetzt wieder stabil. Zwischendurch die Überraschung: Bei der Freilegung des früher offenen Dachstuhls entdeckten Handwerker farbenprächtige Ausmalungen aus der Zeit der barocken Umgestaltung, die nach einem großen Dorfbrand 1704 einsetzte. So grüßt eine goldene Sonne auf blauen Grund die Kirchenbesucher. Auf einem Balken ist auch zu erfahren, wer 1724 "diese Kirche ganz neu ausgebauet und abgemalet" hat. Es war Christoff Frentsche, ein Tischler aus Ketzin.

Noch im Frühjahr wird die Feldsteinfassade neu verfugt. Außerdem werden die eingelassenen Putzflächen an der Rückseite erneuert. "Damit wären die Außenarbeiten gänzlich abgeschlossen", berichtet Ortsbürgermeister Uwe Sernow-Rose, selbst Mitglied im Förderverein. Als nächstes steht die Überholung der 100 Jahre alten Orgel an. Orgelbauer Jörg Stegmüller aus Berlin hat die Aufgabe übernommen, das Instrument wieder uneingeschränkt bespielbar zu machen. 17.000 Euro hat der Förderverein dank großzügiger Sponsoren dafür geparkt.

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