Für den Abschluss der Sanierung des Rohrbecker Gotteshauses fehlen 20 000 Euro

Die Vermarktung einer Dorfkirche

ANDRÉ WIRSING

DALLGOW-DÖBERITZ Die kleine Dorfkirche im Dallgower Ortsteil Rohrbeck ist ein Schmuckstück - beinahe. Denn immer wieder dringt Wasser durch die Wände aus groben Feldsteinen. Die Mauern müssen trockengelegt werden, dann bedarf es eines gescheiten Innenanstriches, damit die Wasserflecken am Putz verschwinden. Der Gemeindekirchenrat hat sich im Vorjahr dafür Kostenvoranschläge machen lassen. Jeweils 30 000 Mark sollten Trockenlegen und Renovierung kosten.

Von den heute benötigten gut 30 000 Euro hat die Kirchengemeinde allerdings erst ein Drittel zusammengebracht, die restlichen 20 000 Euro fehlen noch. Kein Wunder, hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren schon viel investiert in das 1313 in romanischem Stil erbaute Gotteshaus. In den 90er Jahren wurde das Dach vom Kirchturm erneuert, selbiger verputzt. Nach Auflagen der Denkmalschutzbehörde musste der Putz sogar aus Dänemark herbeigeschafft werden, damit alles "echt" ist. Vor wenigen Wochen gab es in der Kirche ein fröhliches Singen: "Unser Dach ist fertig". So strahlen nun auch die Oberseiten des Kirchenschiffes und der Apsis in hellem Ziegelrot.

Um alles finanzieren zu können, musste sich die Gemeinde von einem Pfarrgrundstück trennen, hat es in Erbbaupacht gegeben, erzählt Christel Waeder, stellvertretende Vorsitzende im Gemeindekirchenrat. Sie verwaltet auch den kleinen Friedhof an der Kirche. "Wir haben parallel zu den Arbeiten an der Kirche die Wohnung der ehemaligen Küsterin saniert, an den Gemeinderaum Teeküche und Toilette angebaut, so dass wir den Saal für Familienfeiern mit bis zu 50 Personen vermieten können."

Außerdem wurde die Leichenhalle saniert, gefliest und geweißt. Als alles fertig war, ging hier das Dach kaputt, Wasser drang durch den neuen Putz. Mittlerweile ist alles repariert. Nur die Kirche selbst und das fehlende Geld machen den Gemeindemitgliedern noch Sorgen. Deshalb wollen sie die Kirche für den guten Zweck noch besser "vermarkten". "Wir bieten einmal im Monat Konzerte an, für die wir auch Eintritt nehmen. Wenn es gut läuft, nehmen wir vielleicht auch den Zwei-Wochen-Rhythmus wieder auf, den wir früher schon mal hatten", sagt Frau Waeder. Am Freitag wird es das erste Konzert geben.

Allein auf die Spenden bzw. Kollekten kann sich die Gemeinde nicht mehr verlassen, mit dem Euro sind die Menschen deutlich vorsichtiger beim Geben geworden, sind unsicher. Und es könnten auch mehr Kirchgänger sein: Die Gemeinde umfasst die Ortsteile bzw. Wohngebiete Rohrbeck, Neurohrbeck, Neu Döberitz, Sperlingshof und Triftweg. Das wissen viele der neu Zugezogenen oft nicht.

Konzert "Zauber der Panflöte" mit Constantin Motoi (Panflöte) und Gabriel Dorin (Orgel) am 31. Mai, 20 Uhr, Dorfkirche Rohrbeck. Vorverkauf: Christel Waeder, Dorfstraße 21, 03322/20 34 57 oder Lotto-Laden Schulz, Bahnhofstraße 160.

 

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