Schinkel-Kirche bekommt ihr "Spitzhäubchen" zurück

ABM hat jetzt begonnen

Björn Wagener

 Entwurfszeichnung von K.F. Schinkel
Entwurfszeichnung von K.F. Schinkel

Glienicke. Sie soll ihren einstigen Glanz zurückbekommen inklusive Spitzhäubchen: Die Sanierung der achteckigen Schinkel-Kirche in Glienicke hat jetzt begonnen. Acht jugendliche ABM erledigen derzeit die ersten Arbeiten für das aufwändige Projekt. Träger der Maßnahme ist die Nestor GmbH. Unter der Leitung von Ausbilder Klaus Rollnick wurde die Kirche zunächst ausgeräumt und die Orgel mit Holzplatten eingehaust und abgedeckt. Seit Wochenbeginn ist die Kirche eingerüstet, damit der alte Putz abgeschlagen werden kann.

Das Gebäude soll zwar eine komplette Verjüngungskur erhalten, aber das wichtigste ist dabei die Erneuerung des Daches. Die Wittstocker Architektin Bärbel Kannenberg ist Mitglied im Förderverein Dorfkirche Glienicke, der sich um die Sanierung und die spätere Nutzung der Kirche kümmert. Sie hatte bereits im Sommer 2004 zwei Varianten vorgelegt, wie das Dach erneuert werden könnte. Sie unterscheiden sich in der Bauweise des Glockenturmes einmal etwas bescheidener und einmal so, wie er einst ausgesehen hat. Inzwischen steht fest: Es soll die historisch wertvollere und aufwändigere Variante sein. Damit die Kirche nach der Sanierung tatsächlich wieder so aussieht wie vor der bisherigen Notlösung, haben sich Bärbel Kannenberg und Ingrid Blüschke, die Vorsitzende des örtlichen Fördervereins, im Landeshauptarchiv informiert. Ingrid Blüschke kann sich noch an den ursprünglichen Glockenturm erinnern: "Als ich 1969 herkam, klaffte darin schon ein großes Loch. 1977 wurde er dann abgerissen und durch das jetzige Notdach ersetzt", sagt sie.

Dieses Dach ist zwar nicht undicht, aber einige Querbalken müssen voraussichtlich ausgewechselt werden. Das hat eine entsprechende Prüfung bereits ergeben. Außerdem werde derzeit geprüft, inwieweit der Holzfußboden im Dachgeschoss noch zu gebrauchen ist. "Es kann sein, dass wir die Bretter größtenteils wiederverwenden. Die würde ich dann zuvor durchnummerieren, damit sie später wieder genau an ihre angestammten Plätze kommen", sagt Rollnick. Das Glockengestühl müsse aber komplett ersetzt werden. Ansonsten sollen die Fenster aufgearbeitet und die Fassade erneuert werden.

Bürgermeister Egmont Hamelow spricht von einem finanziellen Aufwand für die Sanierung in Höhe von 160.000 bis 170.000 Euro. 20.000 Euro hat der Verein als Eigenmittel aufgebracht. "Über die ABM werden teilweise Aufgaben erledigt, die für junge Leute als Qualifizierung dienlich sein können", meint Hamelow. Für die Gemeinde Grund genug, dem Antrag des Vereins Dorfkirche Glienicke auf finanzielle Unterstützung zu entsprechen und 5.000 Euro bereitzustellen. Darüber hinaus beteilige sich auch das Landesamt für Flurneuordnung und Landwirtschaft Neuruppin an der Sanierung. Wie viele Fördermittel für das gesamte Projekt genau in Aussicht stehen, kann Bärbel Kannenberg noch nicht sagen. Ebenso unklar sei daher, wie lange die Arbeiten dauern werden. Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme läuft jedenfalls erst einmal bis zum Jahresende.

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