Ganz nah am Marienfenster

 Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns verewigt sich selbst mit einem Pflasterstein vor dem neugestalteten Westtor der Marienkirche
Frankfurt(Oder), 22.05.2006 Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns verewigt sich selbst mit einem Pflasterstein vor dem neugestalteten Westtor der Marienkirche. links Steinmetz- Azubi im 3.Lehrjahr, David Baumgart vom AZ Ffo.

In der St. Marienkirche ist der Besucherservice erweitert worden. Gäste können sich an zwei Münzterminals über die mittelalterlichen Bleiglasmalereien informieren. Die Neuanschaffung wurde durch die brandenburgische Lotto- und Toto GmbH finanziert, die Spende hatte Landeswirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) vermittelt. Dieser setzte am Montag vorm Westportal außerdem seinen Spendenstein und beendete damit den ersten Teil der Verlegung.

Die Computer und Bildschirme stecken in stabilen Holzgehäusen, die gebaut sind wie große Schreibpulte. Ein Fingertipp auf den Monitor genügt und der Kirchenbesucher kann sich ganz detailiert über das Christusfenster informieren, sich jedes einzelne der bunten Felder heranholen, die Motive erklären lassen. Dazu gibt?s reichlich Filmsequenzen von der Rückkehr der gläsernen Bilderbibel, ihrer Restaurierung und dem Wiedereinbau im Hallenumgangschor. Eine Viertelstunde dieser wort- und bildreichen Erklärungen kostet einen Euro. Der Erlös soll für weitere Projekte in der Ma-rienkirche verwendet werden.

Für Ulrich Junghanns, als Wirtschaftsminister auch für die Tourismusentwicklung im Land zuständig, ist das Münzterminal eine "einfache und attraktive" Sache. "Man muss sich überlegen, wie der Schatz neu zugänglich gemacht wird", sagte er mit Blick auf die Marienfenster. Dies sei wichtig gerade im wachsenden Städtetourismus. Die Besucher seien breit interessiert, informierten sich gern sehr tief über das, was an Historischem und Neuem in den Städten zu finden ist.

Das soll nun in der großen Frankfurter Kirche mit Computertechnik bedient werden. Bezahlt wurden die dafür notwendigen 5000 Euro ebenso mit Lotto-Mitteln wie die gleiche Summe für die Kirchen-Infoflyer, die nun auch in Polnisch, Englisch, Französisch und Russisch bereit liegen. Dafür dankte Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) dem Minister. "Allein wäre es für die Stadt nicht bezahlbar gewesen, angesichts der Arbeit, die wir mit der Marienkirche haben", sagte er.

Märkische Oderzeitung vom 23. Mai 2006

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