Marienaltar in Buckau zurück

Gotische Schnitzarbeit nach Restaurierung feierlich wiedereröffnet

 Marienaltar in Buckau

BUCKAU Unscheinbar wirkt er und schlicht, der alte gotische Schnitzaltar von 1440 in der Buckauer Kirche. Mit geschlossenen Seitenflügeln ist ihm nicht anzusehen, was für ein Kleinod das wenige Kilometer von Ziesar entfernte Gotteshaus beherbergt. Lange Jahre führte der Schatz unbeachtet ein Schattendasein. Bis das Ehepaar Ute und Thomas Gandow von Berlin nach Buckau zog. Alsbald initiierte die rührige Pfarrersgattin, inzwischen Kirchenälteste, erfolgreich eine Spendenaktion. Rund 5000 Euro wurden eingesammelt. Die Sparkassenstiftung der MBS legte 3000 Euro dazu. Und so kam der Altar Anfang Oktober 2004 in die Werkstatt der Restauratorin Anna-Maria Meussling im anhaltinischen Plötzky. Nach behutsamen Reinigungs- und Reparaturarbeiten ist er zurück in Buckau. In einem Festgottesdienst wurde er am Pfingstsonntag in neuer, alter Pracht der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nachdem die beiden Kirchenältesten, Ute Gandow und Hermann Kabelitz, die beiden Seitenflügel feierlich geöffnet hatten, erläuterte Pfarrer Manfred Richter, Leiter des Kunstdienstes der evangelischen Kirche, in seiner Festpredigt kenntnisreich das Altarbild. Mit verklärtem Lächeln, das Jesuskind auf dem rechten Arm, präsentiert sich die Gottesmutter Maria in goldenem Gewand der Gemeinde. Bei den vier heiligen Frauen neben ihr handelt es sich um die Heilige Katharina aus Alexandria in Ägypten. Aus Kleinasien stammt die Heilige Dorothea, die Schutzpatronin der Gärtner. Auch die Heilige Barbara kam aus Kleinasien. Weil sie sich gegen den Willen ihres Vaters dem Christentum zuwandte, hat er sie in einem Turm eingesperrt. Die Heilige Gertrud gilt als Schutzpatronin der um 1200 gegründeten Buckauer Kirche. Die achthundert Jahre alte Grabplatte einer Gertrudis aus Buckau dient als Altarstufe. Auf den beiden Seitenflügeln sind die zwölf Apostel dargestellt.

"Woher sollten wir sonst unseren Jesus nehmen?" Mit dieser rhetorischen Frage rechtfertigte Manfred Richter den Marienaltar in einer evangelischen Kirche. Sie sei schließlich die Gottesmutter und habe inmitten der Apostel den heiligen Geist empfangen. Der Pfarrer ließ auch den Eulenkot nicht unerwähnt, mit dem nach dem Bericht der Restauratorin der Altar reichlich beschmutzt war. Wenn schon die Tauben als heilig gelten, so seien Eulen als Symbole der Weisheit noch höher zu bewerten.

Pfarrer Gandow verlas den Text einer Pergamentrolle, die anstelle von Reliquien im Altar aufbewahrt wird. Mit dem Wunsch, dass es ihnen wohl ergehen möge, sind darin alle Menschen genannt, die auf irgendeine Weise zur Restaurierung des Altars beitrugen.

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