Sanierter Kirchturm ist ein Fest wert

Ehrenbürgerwürde für Prof. Dr. Klaus Goebel

Boitzenburg (ub). Ein kleines Wunder gäbe es in Boitzenburg zu bestaunen, eine Art "Auferstehung aus Ruinen", begann Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz am Sonnabend seine Predigt. Mit einem Festgottesdienst feierten rund 200 Boitzenburger und Gäste die Fertigstellung des Turmes von "St. Marien auf dem Berge", der in drei Bauabschnitten aufwändig saniert worden ist.

Lang sei die Liste derer, die "ein Scherflein beigetragen" hätten, damit dieses umfangreiche und komplizierte Bauvorhaben gelang, zollte der Boitzenburger Pfarrer Christian Fischer allen Beteiligten, darunter auch vielen Institutionen, seinen Dank.

Ganz besonders gewürdigt wurde nach dem Gottesdienst das Wirken des Wuppertaler Historikers Prof. Dr. Klaus Goebel. Er hatte nicht nur die Briefe des Vikars Heinrich Seidel aus Boitzenburg "Drei Stunden hinter Berlin" von 1914 neu herausgegeben. Prof. Goebel nahm sich auch der "Seidel-Kirche" an, nachdem er deren baufälligen Zustand bei Besuchen in Boitzenburg gesehen hatte. Er war eines der ersten Mitglieder im 1999 gegründeten Förderverein St. Marien auf dem Berge, bat um Spenden anstelle von Geburtstagsgeschenken, ließ den Erlös vieler Lesungen aus dem Buch in den Erhalt des Boitzenburger Gotteshauses fließen und organisierte in der Wuppertaler Stadthalle ein viel beachtetes Benefizkonzert mit Peter Schreier, dessen Einnahmen gleich drei brandenburgischen Kirchen, darunter auch der Boitzenburger, zugute kamen.

Die Bauarbeiten an St. Marien auf dem Berge indessen sind längst nicht abgeschlossen. Deshalb freute man sich am Sonnabend riesig über eine Spende von 2300 Euro aus der Partnergemeinde Groß Sachsen. Dieses Geld fließt, ebenso wie die Gottesdienst-Kollekte, in die in diesem Jahr geplanten Dachstuhlarbeiten, informierte Pfarrer Fischer. Immerhin 70 000 Euro seien dafür veranschlagt und die Kirchengemeinde müsse wieder einen eigenen finanziellen Beitrag zu diesem Bauabschnitt leisten.

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