Marienkirche nun Ort der Begegnung

 Festakt in St. Marien: Das Frankfurter Gotteshaus wurde am Donnerstag als sozio-kulturelles Zentrum übergeben
Festakt in St. Marien: Das Frankfurter Gotteshaus wurde am Donnerstag als sozio-kulturelles Zentrum übergeben.
Foto: GMD/Dietmar Horn

Frankfurt (Oder) (MOZ) Nach 25-jähriger Bauzeit ist die St. Marienkirche in Frankfurt (Oder) am Donnerstag ihrer neuen Bestimmung übergeben worden. Das Gotteshaus soll künftig als sozio-kulturelles Zentrum genutzt werden. Brandenburgs Infrastrukturminister Frank Szymanski, der den Wiederaufbau als "Höhepunkt der Stadterneuerung" bezeichnete, zeigte sich überzeugt, dass sich St. Marien als "Kombination von musealem Schauwert, besonderem Baudenkmal und sozio-kultureller Nutzung" zu einem touristischen Magneten entwickeln werde. Bereits jetzt ist das Frankfurter Wahrzeichen für die meisten Besucher der Stadt erster Anlaufpunkt. Künftig wird es hier Konzerte, Ausstellungen, Vorträge, Theateraufführungen und auch Gottesdienste geben.

Die Kirche, die nach 1253 in 250-jähriger Bauzeit errichtet worden war und als größte Hallenkirche norddeutscher Backsteingotik gilt, hat ein wechselhaftes Schicksal. Zum Kriegsende 1945 war sie ausgebrannt, in den 80er Jahren wurde der Abriss der Ruine verhindert und mit dem Wiederaufbau begonnen. Ende der 90er Jahre bekam die als Sakraldenkmal mit nationaler Bedeutung eingestufte Kirche ein neues Dach. Die Sanierungsbemühungen bekamen mit der Rückkehr der mittelalterlichen Bleiglasfenster vor fünf Jahren neuen Schub. Seitdem wurden u. a. der Hallenumgangschor nach historischem Vorbild wieder eingewölbt, die Nordarkade aufgemauert, die südliche Außenfassade saniert und das Westportal eingebaut.

Landeskonservator Prof. Detlef Karg lobte die "handwerkliche Meisterschaft" der vorrangig aus der Region stammenden Firmen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind seit der Wende mehr als 14 Millionen Euro von EU, Bund, Land und Stadt in das Bauwerk geflossen. Dazu kämen eine Million Euro an Spenden für die Restaurierung der drei Bleiglasfenster. Frankfurts Oberbürgermeister Martin Patzelt bezeichnete die erfolgreiche Sanierung der Kirche, die nun Ort der Begegnung sein soll, als "Meilenstein der Stadtgeschichte" und sichtbares Zeichen von Bürgersinn.

Märkische Oderzeitung vom 29. Juni 2006

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