Erstes Benefizkonzert zum Erhalt der Wassersupper Dorfkirche

Ins Schmuckstück kommt Leben

PETER E. GRAMSE

Dorfkirche Wassersuppe

WASSERSUPPE Eine schlafende Schönheit wird wachgeküsst. So ungefähr könnte man das bezeichnen, was mit der Wassersupper Dorfkirche passiert. Zwar wurde an dem Gebäude im Laufe der vergangenen 250 Jahre immer wieder gebaut, saniert und repariert. Aber nun soll die Kirche erstmals seit Jahrzehnten wieder in das öffentliche, in das kulturelle Leben der Region eingebunden werden.

Erstmals wird es ein Konzert in den heiligen Hallen geben - ein Benefizkonzert. Am Samstag, den 29. Juni, werden um 15 Uhr der Pianist/Organist Rainer Bürgel und der Flötist Bruno Müller-Oerlinghausen Werke aus Barock und Klassik zu Gehör bringen. Die beiden Musiker, anerkannte Instrumentalisten aus Berlin, wollen Stücke von Bach, Händel und anderen Komponisten des 18. Jahrhunderts spielen. Das Konzert wurde sogar in die renommierte Veranstaltungsreihe "Dorfkirchensommer in Brandenburg" aufgenommen.

Großen Anteil an diesem Ereignis hat Karin Baronin von Heyking, die seit 1994 in Wassersuppe wohnt. Von ihrem Grundstück an der Dorfstraße hat sie die kleine Kirche stets im Blick. Vieler Blicke bedurfte es indes nicht, bis sie sich in das geduckte Gebäude mit dem charakteristischen Fachwerkturm verliebte. Von Anfang an hat sie die 1750 erbaute, in Teilen gar bis in das 15. Jahrhundert zurückreichende Kirche in ihr Herz geschlossen.

Aus dieser Zuneigung ist auch die Idee des Benefizkonzertes erwachsen. Denn so schmuck das Kirchlein scheint, es bedarf noch etlicher Ausbesserungs- und Renovierungsarbeiten. Vor allem im Inneren muss der Kampf gegen Moder und Feuchtigkeit aufgenommen werden.

Karin von Heyking steht in diesem Gefecht nicht alleine da. Die Kirchengemeinde sowie die Wassersupper Ortsteilbürgermeisterin Anke Bölke unterstützen sie mit Rat und Tat. Deren Ehemann hat sich sogar bereit erklärt, sein Klavier für das Konzert zur Verfügung zu stellen, sollte die Kirchenorgel wider Erwarten ihren Dienst versagen.

Im Anschluss an das Konzert laden Kurt und Karin von Heyking noch zu Kaffee und Kuchen auf ihren Seerosenhof ein. Selbstverständlich darf an diesem Nachmittag auch gespendet werden - zum Wohle der Kirche. Aber das sei noch nicht einmal das Wichtigste, sagt Karin von Heyking. "Wir wollen die Kirche wieder ins Bewusstsein bringen, die Leute, auch die von außerhalb, sollen erkennen, was das für ein Schmuckstück ist", sagt sie. Ihre Familie hat das längst erkannt. Zu kirchlichen Feiern reisen Söhne, Enkel und Verwandte aus allen Teilen der Republik ins Havelland, um die besondere Atmosphäre der Wassersupper Dorfkirche zu genießen.