Wir gratulieren den Preisträgern unserer Ausschreibung
"Startkapital für Kirchen-Fördervereine" 2002

Wenn hier den zehn Gewinnern unserer Ausschreibung "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" gratuliert werden kann, dann muss auch gesagt werden, dass der Jury die Auswahl unter den mehr als 40 Bewerbungen sehr schwer fiel, denn sie alle zeugen von imponierendem bürgerschaftlichen Engagement. Entsprechend den Vorgaben stellten sich Vereine vor, die bereits eine beeindruckende Arbeitsbilanz bei der Instandsetzung von Kirchengebäuden aufweisen können; andererseits erst vor kurzem gegründete Initiativen, die sich zum Teil gegen Widerstände für ein vernachlässigtes, "nicht mehr benötigtes Bauwerk" einsetzen und noch keine Förderung erfuhren. Sie alle verdienen große Anerkennung.


Ein seltenes Juwel ist die Fergitzer Backsteinkirche

Die Dorfkirche in Fergitz stammt aus dem 14. Jahrhundert. Das Backsteinmaterial macht sie zu einem seltenen Juwel in der Uckermark. Nur wenige Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts reichten aus, die wunderbare Identifikationskraft des Gotteshauses zu mindern und das wertvolle Bauwerk dem Verfall auszuliefern. Die Kirche stand darauf materiell und ideell am Rande.

Als sich im Jahr 2000 Fergitzer Bürger zusammenfanden, wagten sie mit der Gründung des Freundeskreises ein Abenteuer. Inzwischen hat dieser Kreis unter den 63 Seelen des Dorfes bereits 37 Mitglieder. Eigeninitiativen zur Beräumung des Umfeldes und zu ersten Sicherungsmaßnahmen tragen bereits Früchte.

  Freundeskreis Kirchenhus Fergitz e.V.
 
Die Heilandskapelle Frankfurt/Oder ist ein idealer Raum für anspruchsvolle kuturelle Programme

Wenig bekannt ist die Errichtung einer großen Holzkirche für russische Kriegsgefangene in einem großen Lager bei Frankfurt/Oder in den Jahren 1915/16. Nach 1920 wurde sie gottesdienstlich für "Heimkehrer" aus den polnisch gewordenen Gebieten genutzt. In den letzten Jahren verfiel das Gebäude zusehends. Neben der kirchlichen Nutzung hat der Förderverein innerhalb kurzer Zeit ein anspruchsvolles teils grenzüberschreitendes kulturelles Programm initiiert, das der Erhaltung und Renovierung der Heilandskapelle zugute kommen soll.

  Förderverein Heilandskapelle Frankfurt/Oder e.V.
 
Erinnerungsstätte an jüdisches Leben in Brandenburg: der jüdische Friedhof von Oranienburg

In der Ausschreibung zum "Startkapital" wurde ausdrücklich auch die Pflege von Erinnerungsstätten an jüdisches Leben im Land Brandenburg erwähnt. Zu würdigen sind hier die Bemühungen der Jüdischen Gemeinde zur Instandsetzung und Pflege des jüdischen Friedhofes in Oranienburg. In der Pogromnacht von 1938 wurde die Synagoge geschändet und ist heute nicht mehr vorhanden. Um so wichtiger ist das Zeugnis des erhaltenen Friedhofes mit der Trauerhalle und den zahlreichen Grabanlagen.

  Jüdische Gemeinde Wiedergeburt e.V. Oranienburg
 
Die Gortzer Kirche soll wieder als öffentlicher Raum wahrgenommen werden

Ziel des Vereins ist es, dass die Dorfkirche von Gortz wieder als öffentlicher Raum von den Einwohnern wahrgenommen wird. Die Zusammenarbeit mit der Kommune ist gut; mit der Kirchengemeinde wurde ein Vertrag über Instandsetzung und Nutzung vereinbart. Das Konzept des Vereins sieht neben der religiösen und kulturellen Nutzung eine Einbeziehung des Gotteshauses in Tourismusplanungen der Region um den Beetzsee nahe der Stadt Brandenburg/Havel vor.

  Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Gortz e.V.
 
Kolonitenkirche Großderschau: Ähnlichkeit mit der Potsdamer Garnisonskirche

Unter Einbeziehung einer Vergabe-ABM wird die Instandsetzung der Großderschauer Kolonistenkirche (erbaut 1785 in Anlehnung an die Potsdamer Garnisonkirche errichtet) in Kürze beginnen. Im Förderverein bringen sich engagierte Bürger ebenso ein wie die Kommune und der sehr aktive Heimatverein. Bemerkenswert ist hier der Zusammenhalt von Menschen, die sich für Kirche interessieren und zwar nicht nur aus Geschichtsbewusstsein oder Ortsverbundenheit, sondern auch Christen zu erleben, die ihr Gotteshaus wieder seiner angestammten Bestimmung zuführen wollen.

  Förderverein Kolonistenkirche Großderschau
 

Der 2001 gegründete Förderverein ist nicht nur an der baulichen Instandsetzung der Kirche interessiert, die sehr wohl Not tut. Auch liegt ihm, der sich aus Gliedern der Kirchengemeinde und der Ortsgemeinschaft zusammensetzt, nicht allein an einer multifunktionalen Kirchennutzung. Zusätzlich macht er sich nämlich die zukunftsweisenden, ehrgeizigen Pläne der Kirchengemeinde zu Eigen, die ihr Pfarrhaus aus der gewidmeten Nutzung entlassen und die kirchengemeindlichen Aufgaben sämtlich in die Kirche verlegen will. Die bauliche Gestalt und die Umsetzung der Integration vieler neuer Funktionen in das Kirchengebäude bedürfen noch der Beratung und Abstimmung, doch der eingeschlagene Weg ist richtig.

  Förderverein Dorf und Kirche Hermersdorf e.V.
 
Die Fachwerkkirche von Roddahn war schon aufgegeben worden

Nach mehreren erfolglosen Versuchen, die 1798 entstandene bescheidene Fachwerkkirche gemeinnützigen Zwecken zuzuführen, fanden sich im vergangen Jahr interessierte Einwohner zusammen, um sich in einem zunächst offenen Arbeitskreis der dringend notwendigen Instandsetzung und der Nutzung des Gebäudes anzunehmen. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde und der Kommune konnten erste Mittel für Sanierungsarbeiten eingeworben werden. Dem Verein gelang es durch bürgerschaftliches Engagement, ein bereits aufgegebenes Bauwerk instand zu setzen und für die Öffentlichkeit zurückzugewinnen.

  Arbeitskreis Offene Kirche Roddahn e.V.
 

Aus Sorge um den baulichen Zustand der aus spätromanischer Zeit stammenden Feldsteinkirche gründeten Einwohner des Dorfes im Süden Brandenburgs den Verein im März 2001. Innerhalb kurzer Zeit wurden große Teile der Bevölkerung sowie die Kommune in die Arbeit einbezogen, erfolgreiche Veranstaltungen durchgeführt und Spenden für die Reparatur der Kirchturmuhr sowie für erste wichtige Instandsetzungsmaßnahmen eingeworben.

  Förderkreis Evangeliche Kirche Hohenleipisch e.V.
 
Die Feldsteinkirche von Dahmsdorf prägt das Bild des Dorfes

Der schlechte bauliche Zustand der Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert rief 2001 die Bürgerschaft Dahmsdorfs auf den Plan. Das gemeinsame Ziel: zusammen mit der Kirchengemeinde will die weltliche Gemeinde nicht nur die Sorge um die Erhaltung des Bauwerks übernehmen, sondern auch die künftige Nutzung der Kirche als dem ortsbildprägenden Kern des Dorfes und dem einzigen gemeinschaftlich nutzbaren Raum und Forum definieren. Eigenleistungen und erste bewilligte Förderungen ermutigen die Initiative. Der baulich-sichernde Handlungsbedarf ist unübersehbar. Den ersten entschiedenen Schritt hat der Verein getan.

  Förderverein Dahmsdorfer Kirche e.V.
 
Die Kirche von Küstrinchen schien schon vergessen worden zu sein

Noch vor einem guten Jahr schien die Dorfkirche von Küstrinchen einem Ort mit nur 49 Einwohnern, mitten im Walde in Vergessenheit geraten zu sein. Erst im Sommer 2001 wurde das akut vom Einsturz bedrohte Kirchengebäude in die Denkmalliste eingetragen. Im November gründete sich ein Förderverein, der das Umfeld beräumte und Reste des Inventars auslagerte. Das Engagement des Vereins fügt sich ein in das erfolgreiche Wirken zahlreicher ehrenamtlicher Initiativen im Landkreis Uckermark. Sicherungsarbeiten haben begonnen.

  Förderverein Dorfkirche Küstrinchen e.V.