Der Turm steht daneben

Förderkreis Alte Kirchen sammelt Spenden für Mellnsdorfer Gotteshaus

GERTRAUD BEHRENDT

 Dorfkirche Mellnsdorf
Die Kirche hinterlässt einen traurigen Eindruck. Der Kirchturm musste abgenommen werden und das Dach besteht aus sehr unterschiedlichen Materialien.
Foto: MAZ/Behrendt

MELLNSDORF Schon vor zehn Jahren roch das Gerüst im Innern der Kirche längst nicht mehr nach frischem Holz. Jetzt stützt es noch immer die Decke ab. Der Kirchturm des kleinen Gotteshauses in Mellnsdorf ragte bis vor zweieinhalb Jahren noch in den Himmel.

Inzwischen steht auch der Turm auf der Erde und sozusagen auf dem Boden der Tatsachen. Und die sahen lange Zeit sehr schlecht aus. Der damalige Bürgermeister Willi Höhne, der nun Ortsbürgermeister ist, hatte immer mal wieder auf das Desaster aufmerksam gemacht. Doch der Niedergörsdorfer Ortsteil Mellnsdorf hat nur um die 80 Einwohner - auch wenn alle spenden, kommt nicht so viel Geld zusammen, wie gebraucht wird.

Nichtsdestotrotz wurde im Juli 2005 ein Förderverein im Ort gegründet, der bereits Benefizveranstaltungen für die Kirche ausgerichtet hat. Hilfe ist dringend nötig für den Bau aus dem 13. Jahrhundert, der 1891/92 grundlegend und 1928/29 im Innern renoviert wurde. Seither erfolgten nur noch Flickarbeiten.

"Im Oktober 2002 war ein Sturm, und danach musste der Turm abgenommen werden", berichtet Pfarrerin Ute Grützke. Sie hat aber auch eine erfreuliche Nachricht: Das Geld für den ersten Bauabschnitt ist sicher. "16 000 Euro stehen zur Verfügung." Der Löwenanteil, 10 000 Euro, kommt von der Landeskirche, 3000 Euro steuert der Förderkreis ,Alte Dorfkirchen' dazu, und den Rest übernehmen der Förderverein und eventuell eine Sparkasse. Der erste Bauabschnitt umfasst die Sanierung des Daches vom Chorraum zur Apsis und die Fenstersanierung.

Baubeginn ist voraussichtlich im Juli. Bis dahin sollen alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen. Ursprünglich war sogar Juni geplant.

Insgesamt sind 290 000 Euro nötig, um alle Schäden zu beseitigen. Fördergelder wurden bei verschiedenen Stellen beantragt.

Wann aber mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen werden kann, ist noch völlig ungeklärt.

Einen weiteren Hoffnungsschimmer gibt es ebenfalls. Der Förderkreis "Alte Kirchen Berlin-Brandenburg" sammelt in diesem Jahr für das Mellnsdorfer Gotteshaus. In seinem Heft "Offene Kirchen 2006 - Brandenburgische Dorfkirchen laden ein" stellt der Förderkreis mehrere Förderobjekte vor, so zum Beispiel in der Prignitz und eben in Mellnsdorf. (Teltow-Fläming)

Märkische Allgemeine vom 17. Juni 2006

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