Kirche soll im Dorf bleiben

Von ELKE SCHLEGELMILCH

Neu Zittau (MOZ) Ein neues Dach für die örtliche Dorfkirche - zu diesem guten Zweck haben die Mitglieder des Fördervereins Kirche Neu Zittau sage und schreibe 20 000 Euro Spenden zusammengebracht. Ein schöner Batzen, wenn da nicht das Gutachten über den Zustand des Dachstuhls wäre, das jetzt ein Sachverständiger des evangelischen Kirchenbauamts vorgelegt hat.

"Die Studie füllt einen Ordner und weist nach, dass besonders die Stützbalken, auf denen die Dachkonstruktion ruht, sehr marode sind und das Mauerwerk teilweise von Schwamm befallen ist", so Bernhard Borchert, der Vereinsvorsitzende. Die Nachricht sei zunächst ein echter Schlag ins Kontor gewesen. Denn die 20 000 Euro würden zwar fast reichen, um das Dach neu zu decken. "Aber das wäre ja Unsinn, wenn nicht zuvor der Dachstuhl saniert würde", sagt Schatzmeister Andreas Heibuch. "Und das kostet noch mal richtig Geld - mehr als 100 000 Euro, schätzen die Experten."

Die Mitglieder des 2003 gegründeten Fördervereins wollen sich trotz der neuen Lage nicht von ihrem Traum verabschieden. Vereinsziel ist nach wie vor, das denkmalgeschützte Kirchengebäude zu erhalten und zu sanieren.

"Es wäre doch eine Schande, wenn wir eines Tages unseren Enkeln in der Dorfmitte nur noch eine Gedenktafel zeigen könnten, auf der steht: Hier stand einst eine Kirche von Friedrich dem Großen", bringt es Bernhard Borchert auf den Punkt.

Was zum Zweiten in die Waagschale fällt: Dass schon enorm viel ehrenamtliche Arbeit und Engagement in das Projekt geflossen sind. Denn der Förderverein veranstaltet jährlich zwischen sechs und acht Konzerte - in einer Qualität, die selbst Berliner in die Neu Zittauer Kirche lockt -, sowie verschiedene kulturelle Veranstaltungen. Außerdem beteiligt er sich in Verbindung mit anderen hiesigen Vereinen auch am Neu Zittauer Heimatfest und am Weihnachtsmarkt.

Dass die Truppe um Bernhard Borchert mit ihrer Begeisterung für das ortsbildprägende Kirchlein ansteckend wirkt, belegen die bisher gesammelten Spenden. Die Leute vom Förderverein hoffen, für die nun anstehende große Sanierung am Zuspruch für ihre bisher größte Sammelaktion anknüpfen zu können. Wie berichtet, wurden dabei symbolisch Dachsteine verkauft, einer für zwei Euro. Und es gelang dem Verein auch die Sparkasse und die örtliche Apotheke mit ins Boot zu holen.

"Wir werfen die Flinte nicht ins Korn, sammeln weiter, werden auch versuchen, Fördertöpfe anzuzapfen", sagt Bernhard Borchert. "Und wenn es nach uns geht, dann wird 2014 zum 250. Geburtstag unserer Kirche alles fertig sein."

Nähere Infos gibt es beim Vereinsvorsitzenden Borchert, Tel. 033 62/820 359. Ein Spendenkonto ist eingerichtet: Postbank Leipzig, Kto.: 601 683 902, BLZ: 860 100 90, Kennwort Förderverein Neu Zittau e. V. Die Neu Zittauer Kirche ist eine der ältesten der einstigen Kolonistendörfer rings um den Müggelsee.